"Glauben! Lieben! Hoffen!" heißt das Motto der kommenden Schauspielsaison. Mit einem gleichnamigen Familienfest voller Pop- und Rocksongs startet das Staatstheater Cottbus seinen Premierenreigen in der Spielzeit 2016/17. Auch "Mamma Medea" taucht unter diesem Motto auf und erzählt sehr heutig von den Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen, so Schauspieldirektor Mario Holetzeck. Und er verrät, dass er das Kleist-Stück zum Saisonende schon als Student einmal inszeniert hat. "Michael Kohlhaas rebelliert. Es wird Zeit, ihn neu auf die Bühne zu bringen", sagt er.

Es ist es kein Zufall, dass der Intendant des Staatstheaters Cottbus in die Theaterscheune eingeladen hat, um mit seiner Mannschaft das Geheimnis um den Spielplan der kommenden Theatersaison zu lüften. Der beliebte Spielort in Cottbus-Ströbitz, an dem man gemütlich an Tischen sitzend, Theater erlebt, soll noch mehr in den Spielplan einbezogen werden, unterstreicht Martin Schüler. Schon jetzt seien die Vorstellungen hier zu 87 Prozent ausgelastet. Noch nie habe der Schauspieldirektor so viel lachen müssen wie beim Lesen der Scheunenkomödie "Venedig im Schnee", die dort im März Premiere hat und humorvoll untersucht, wie weit Solidarität und Wohlwollen gegenüber Fremden reichen, bekennt Holetzeck.

Wie Lebensvisionen unter dem Diktat der Macht zerbrechen können, steht im Mittelpunkt der Operninszenierungen, ist von Martin Schüler zu erfahren. Während "Ritter Blaubart" seine Frauen um die Ecke bringt, ist die männermordende "Turandot" - schon lange für Cottbus versprochen - das weibliche Pendant. "Tolle Gesangspartien und traumhafte Musik sind zu erwarten", weckt Schüler die Vorfreude auf große Opernabende.

Nach der außergewöhnlichen Erbepflege "Im Fluss der Zeit", die auch noch in der neuen Spielzeit gezeigt wird, stehen zwei Tanz-Uraufführungen an, gibt Ballettchef Dirk Neumann bekannt. Peter Pan nimmt kleine und große Zuschauer in der Vorweihnachtszeit mit ins Nimmerland. Und im Februar frönt die Ballett-Crew einem äußerst seltenen Genre und zeigt das Kriminal-Ballett "Ein seltsamer Fall".

Generalmusikdirektor (GMD) Evan Christ macht auf zwei längere Uraufführungen aufmerksam, die für die Philharmonischen Konzerte in Auftrag gegeben wurden. Bernd Franke und der GMD selbst beschäftigen sich unter dem Titel "Brandenburgisches Doppelkonzert" in ihren Kompositionen mit der Begegnung unterschiedlicher Kulturen und Musikwelten. Und innerhalb des vielfältigen Konzertprogramms, das sich ebenfalls an junge Zuhörer und Familien richtet, werden auch Jubiläen der Singakademie und des Bach Consorts Cottbus musikalisch gefeiert. Apropos weltverwoben: Zum Jahresende begegnen sich wieder "Zwei Amerikaner in Cottbus".