Frau Stiegler, wie fühlt es sich an, wieder zurück im Spreewald zu sein?
Total toll, ich habe heimatliche Gefühle. Ich finde es zum einen wahnsinnig schön, dass es ein sehr familiäres Filmteam ist und viele Teammitglieder teilweise schon seit Jahren dabei sind, mal von den Darsteller:innen abgesehen. Ich kenne als schon Viele, das war sehr toll. Und darüberhinaus hat es mir das letzte Mal schon sehr viel bedeutet, hier in der Gegend abzuhängen (lacht).
Kannten Sie den Spreewald schon vor den Dreharbeiten?
Ich war vorher tatsächlich noch nie hier und kannte es nur aus Erzählungen. Von Berliner Freund:innen hatte ich gehört, dass man tolle Ausflüge machen kann, aber bin bis dahin noch nicht dazu gekommen. Deswegen war ich überrascht und finde es superschön im Spreewald.
Bildergalerie Dreharbeiten zum 14. Spreewaldkrimi des ZDF
Haben Sie während der Dreharbeiten überhaupt Zeit, den Spreewald zu erkunden?
Es kommt darauf an, wie man disponiert und eingeplant ist während der Dreharbeiten. Bei meinem ersten Spreewaldkrimi „Zeit der Wölfe“ hatte ich gar keine Zeit. Dieses Mal habe ich mehr Zeit, weil ich Corona-bedingt die Wochenenden hier bleiben kann. Deswegen war ich jetzt auch viel spazieren, aber es ist natürlich im Moment noch viel geschlossen. Die Region macht aber absolut neugierig.
Und hat es mit einem privaten Ausflug schon geklappt?
Meine Spreewald-Besuche beschränkten sich bislang nur auf die Arbeit. Das hat aber auch damit zu tun, dass ich nach dem ersten Krimi fast ein Jahr lang nicht in Deutschland war und dann kam die Pandemie. Deswegen bin ich umso glücklicher, dass ich jetzt die Gelegenheit habe.
Was bedeutet es Ihnen, künftig ein festes Teammitglied des Spreewaldkrimis zu sein?
Ich freue mich wahnsinnig. Das ist richtig schön, ich mag meine beiden Kollegen Christian Redl und Thorsten Merten sehr gerne. Und ich finde es total interessant, mal in dieser Kommissarinnen-Rolle zu stecken und die Erfahrung zu machen, dass man mal Diejenige ist, die die Leute befragt und das Gerüst für das Ganze liefert und nicht für den hauptemotionalen Teil verantwortlich ist.
Haben Sie sich speziell auf die Rolle vorbereitet?
Das ist tatsächlich nicht das erste Mal, dass ich eine Polizistin spiele. Deswegen habe ich in den vergangenen Jahren schon ganz viel Vorarbeit geleistet. Ich wollte eigentlich immer gerne ein Praktikum bei der Polizei machen, aber habe festgestellt, dass es gar nicht so einfach geht, dort mitzufahren oder auf die Wache zu kommen. Über private Kontakte konnte ich von verschiedenen Leuten ein paar Dinge abfragen, wie man sich bewegt oder wie man etwas hält. Dazu habe ich mir noch ganz viele Dokumentationen angeschaut und versucht, mir die Rolle so zusammenzusetzen. Außerdem hat man in der Regel auch noch Berater:innen mit am Set, die einem im Zweifelsfalle zeigen, wie man zum Beispiel eine Waffe hält. Und wenn man schießen muss geht man auf den Schießstand.
Mussten Sie schon schießen im Spreewald?
Nein, tatsächlich noch nicht. Die Waffe ist im Spreewaldkrimi nur dabei, aber sie wurde noch nicht gebraucht.
Wie fühlt es sich für Sie an, mit der Waffe unterwegs zu sein?
Ich persönlich finde es schon recht unangenehm und ich lege auch Wert darauf, die Waffe in den Pausen oder wenn wir Wege machen abzulegen. Ich finde es unangebracht, mit einem Waffengurt rumzulaufen. Am eigentlich Set wird es beim Dreh aber relativ schnell normal. Es ist ein Teil des Kostüms und der Ausstattung.
War es für Sie ein Überraschung, in den Spreewaldkrimi zurückkommen zu dürfen?
Ich habe mich wahnsinnig gefreut, wir sind allerdings auch schon länger darüber im Gespräch gewesen. Beim letzten Film ging es leider aus zeitlich Gründen nicht. Deswegen war ich jetzt nicht überrascht, aber habe mich unglaublich darüber gefreut, dass es möglich gemacht wurde und es so gut funktioniert hat. Interessant an der Konstellation ist, dass Fichte quasi mein Vater sein könnte und Krüger beinahe mein Großvater. Es ist glaube ich total gut, dass jetzt eine junge Frau in diese Konstellation hineinkommt. Meine Figur war in Berlin auf der Polizeischule und es wird interessant, welche Themen sie mitbringen und vielleicht auch etablieren kann, die bislang noch nicht so eine Rolle gespielt haben.
Sie wollen also im Hinblick auf künftige Drehbücher durchaus eigene Aspekte mit einbringen?
Bei diesem Spreewaldkrimi so konkret noch nicht. Aber ich würde mich total freuen, wenn mehr möglich wäre. Gerade wenn man zum Beispiel über Verjüngung nachdenkt finde ich es sinnvoll, aus den Ressourcen zu schöpfen, die da sind. Ich war vorher lange am Theater und kenne es ganz gut, wenn man von der Ausbildung in einen Betrieb reinkommt, der von Männern geleitet wird. Dieser Prozess, sich darin zu behaupten und seine Rolle zu finden und für die eigenen Anliegen zu kämpfen ist mir recht nah. Deswegen fände ich es total toll, wenn man von machen Erfahrungen auch Gebrauch machen und die mit einbringen könnte.
Wie ist es für Sie vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie, überhaupt drehen zu können?
Ganz toll. Ich bin wahnsinnig dankbar. Ich habe davor eine Serie gemacht, die einzelnen Tage dafür waren über knapp ein halbes Jahr verteilt. Das war es aber tatsächlich und ich habe fast ein Jahr lang so gut wie nicht gearbeitet. Deswegen bin ich sehr froh, dass es wieder möglich ist.
Es gibt allerdings auch einige Veränderungen an den Sets: Alle müssen Masken tragen und die Hygienevorschriften sind sehr streng. Stört Sie das oder ist es nur das notwendige Übel, um überhaupt arbeiten zu können?
Ich würde es mir natürlich irgendwann wieder anders wünschen, aber es muss gerade sein. Ich versuche möglichst wenig Energie und Ärger da reinzustecken. Die Maske zum Beispiel ist so ein einfaches und kleines Mittel, dessen man sich bedienen kann und wovon man weiß, dass es uns schützt und weiterhilft. Deswegen akzeptiere ich das voll und ganz.
Mit Alina Stiegler sprach Sven Bock.
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