Überraschend auch für einen Autor Anfang 60, der seine schriftstellerische Laufbahn vor allem mit Theaterstücken begonnen hatte. Am ehesten entdeckt man in dieser skurrilen Geschichte, die es dem Leser nicht leicht macht, hineinzuschlüpfen, den diplomierten Mathematiker in ihm. Unter künstlichem Himmelsblau ist ein Mann unterwegs, um die neuste Geschäftsidee seiner Firma zu vermarkten, immer darauf bedacht, im Strom der Selbstoptimierung zu schwimmen. Dann verschwindet er auf einmal vom Radar der Überwachungsbehörden. Ein Roman wie eine geballte Faust gegen das vernetzte Universum, das mehr und mehr den Apparaten statt Menschen zu gehören scheint. Eine sperrige, frostige Vision, nicht von dieser Welt. Und doch horrend heutig.

Eugen Ruge: Follower. Rowohlt-Verlag, 319 Seiten, 22,95 Euro