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| 11:38 Uhr

Kommentar zum ESC
So schlecht waren wir nicht

 Null Punkte vom Publikum. Deutschlands Sisters enttäuschen beim ESC 2019.
Null Punkte vom Publikum. Deutschlands Sisters enttäuschen beim ESC 2019. FOTO: dpa / Ilia Yefimovich
Kommentar. Drittletzter Platz, nicht einen einzigen Punkt vom Publikum bekommen. Deutschland hat sich beim Eurovision Song Contest mal wieder blamiert. Warum eigentlich? Von Bodo Baumert

Nein. Der diesjährige Eurovision Song Contest wird nicht in die lange Geschichte des Wettbewerbs eingehen. Auch wenn Gastgeber Israel alles dafür tat, sogar Pop-Ikone Madonna einfliegen ließ. Deren Auftritt blieb dann aber ähnlich blass wie der gesamte Wettbewerb.

Herausragende Gesangsleistungen? Skurrile Exoten? Auftritte, an die man sich erinnern wird? Davon hatte der ESC diesmal kaum etwas zu bieten. Vieles klang gleich, wenig hob sich aus der Masse der 26 Beiträge ab.

Verblüffend war schon eher, wie deutlich Publikum und Jurys in ihren Voten auseinander lagen. Das grüne Kleid aus Nord-Mazedonien als zweitbester Beitrag? Ernsthaft, werte Experten? Nachvollziehbar war da schon eher, wie das Publikum abgestimmt hat.

Und da bekam Deutschland die volle Breitseite ab. Null Punkte, no points, zéro point – nicht ein einziges Land konnte sich offenbar für Sisters erwärmen. Warum eigentlich? So schlecht waren die beiden Mädels doch gar nicht. Zugegeben, herausragend waren sie auch nicht. Aber mithalten konnten sie an diesem Abend. Ein solider Mittelfeldplatz wäre okay gewesen, so auf Höhe Dänmarks.

Daraus wurde allerdings nichts. Rechnet man die Jury-Wertungen dazu, landet Deutschland am Ende des Abend auf einem deprimierenden 24. Platz. Nur Weißrussland mit Teenagerin Zena und England mit Pummelchen Michael Rice liegen – zu Recht – noch hinter uns. Selbst Serhat aus San Marino (Say Na, Na, Na) hat fast dreimal so viele Punkte bekommen wie wir!

Was also folgt daraus? Was können wir beim nächsten ESC besser machen? Vielleicht mal wieder eine echte Band schicken und nicht ein zusammengecastetes Irgendwas. Deutschland kann beim ESC weder auf Mitleids- noch Nachbarschaftspunkte hoffen. Wenn wir was reißen wollen, müssen wir auffallen, aus dem Meer der Mittelmäßigkeit herausragen. Schickt von mir aus Rammstein oder Xavier Naidoo. Meinethalben auch Reinhard Mey oder Dieter Bohlen. Hauptsache wir müssen uns nicht wieder das Mitleid der Moderatoren anhören! Aus Holland würde das 2020 doppelt bitter klingen.

FOTO: LR / Sebastian Schubert