Die Band Silly - nicht bekannt als Songschmiede des politisches Liedes - hat nun ein Video veröffentlicht, das ein in ihren Augen extrem schändliches Handeln deutscher Politiker thematisiert: den Waffenexport.

Im Song "Vaterland" (Musik: Uwe Hassbecker, Text: Werner Karma) singt Anna Loos angesichts der Beteiligung deutscher Firmen am Geschäft mit dem Tod: "Wie lieb ich so 'n Land?" Im Clip werden dazu reale Kriegsbilder gezeigt. Sillys Botschaft ist unmissverständlich: Waffen werden gebaut zum Töten! Im Abspann fragt die Band, wie das zusammenpasst, Deutschlands Rolle als Friedensvermittler in anderen Ländern und zugleich als (drittgrößter) Waffenexporteur.

Die Musiker von Silly haben die Antwort für sich gefunden. Sie fordern ein grundsätzliches Verbot des Exports von Kriegswaffen und sonstiger Rüstungsgüter aus Deutschland. Und sie unterstützen die Kampagne "Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!", die von mehreren Organisationen, von Brot für die Welt bis zum Hilfswerk Misereor, getragen wird.

Warum sie das tun, erklärten sie jüngst auch in der Berliner Parochialkirche bei einer Diskussionsveranstaltung mit Margot Käßmann, der früheren EKD-Vorsitzenden und Schirmherrin der Kampagne. Sie setzt das Engagement von Silly in eine Reihe mit Künstlern wie Joan Baez, die früher ebenfalls in der Antikriegsbewegung mitwirkten. "Es braucht Emotionen, um die Sachkompetenz zu unterstützen."

Sich in der Sache kompetent zu machen, ist übrigens nicht so einfach, wie Anna Loos erfahren musste. So sei es schwierig überhaupt zu erfahren, in welcher Höhe der Staat als Steuereinnehmer von den Geschäften der Rüstungsindustrie profitiert. "Das ist alles sehr intransparent und deshalb bei den Deutschen auch kein großes Thema, weil die noch dazu durch andere Dinge schön abgelenkt sind." Als Musiker würden sie vor allem den Finger in die Wunde legen, um die Leute aufzurütteln.