In Boston hat die Polizei dem organisierten Verbrechen den Krieg erklärt. Der junge Polizist Billy Costigan (DiCaprio) ist in einem heruntergekommenen Viertel aufgewachsen und bekommt den Auftrag, sich in das Syndikat des irischstämmigen Gangsterbosses Frank Costello (Jack Nicholson) einzuschleusen. Nach einigen kriminellen Taten und einem Foltertest gewinnt er das Vertrauen Costellos und gelangt in den inneren Gangsterzirkel. Von langer Hand geplant hat Costello jedoch den ebenfalls aus diesem Viertel stammenden Jungkriminellen Colin Sullivan (Matt Damon) im Polizeidienst untergebracht, wo er sich in einer Spezialeinheit hochdient.
Schließlich gehört Sullivan zu einer Handvoll Elite-Cops unter Leitung von Queenam (Martin Sheen) und Dignam (Mark Wahlberg), die Costello dingfest machen sollen. Das Doppelleben der beiden Spione, die jeweils Informationen über die Pläne beider Seiten sammeln, belastet sie immer stärker. Zumal sie nicht wissen, dass sie beide eine Beziehung zur gleichen Frau, der sensiblen Polizei-Psychologin Madolyn (Vera Farmiga), unterhalten. Als sowohl die Polizei als auch die Gangster merken, dass in ihren Reihen ein Maulwurf tätig ist, versuchen Costigan und Sullivan, sich gegenseitig zu enttarnen.
Remakes bleiben meist hinter dem Original zurück. „Departed“ gehört zu den wenigen Ausnahmen, die in ihrer ästhetischen Gestalt überzeugen, indem sie dem Stoff eine neue Qualität geben. So wirkt Scorseses Mafia-Thriller rauer und gewalttätiger als der hochstilisierte Hongkong-Film „Infernal Affairs“ , der als Vorlage diente.
Obwohl Drehbuchautor William Monahan ( „Königreich der Himmel“ ) den mit vielen kunstvollen Wendungen gespickten Plot in Boston ansiedelte, scheint es, als sei Scorsese auf das vertraute Terrain seiner New Yorker Filme von „Mean Streets“ bis „Goodfellas“ zurückgekehrt. Stilsicher hat er die blutigen Machtkämpfe zwischen Cops und Gangstern in Szene gesetzt - bis hin zur sarkastischen Schlussmetapher mit einer Ratte. Bis in kleine Nebenrollen hinein glänzt die Besetzung mit makellosen Leistungen. Neben DiCaprio, der sich immer mehr als Charakterdarsteller profiliert, besticht erwartungsgemäß Jack Nicholson als fieser Gangsterboss. Als eindrucksvolle Neuentdeckung überrascht Vera Farmiga ( „Breaking and Entering“ ), welche die einzige nennenswerte Frauenrolle mit Bravour bewältigt und dem Testosteron-dominierten Katz- und Mausspiel der Männer emotionale Tiefe verleiht.
Mit „Departed“ ist Scorsese einer der besten Filme seiner Karriere gelungen und zugleich der kassenstärkste US-Kinostart, was die Chancen im Nomininierungsrennen für den Oscar nicht schmälern wird.
(USA 2006, 155 Min., von Martin Scorsese. mit Leonardo DiCaprio, Matt Damon und Jack Nicholson)