Wallraff sagte gestern bei einem "Talk-Gottesdienst" in der Martin-Luther-Kirche, sein Haus werde von der Polizei bewacht. Leute, die starr auf ihrer Meinung beharrten und nicht dazulernten, machten ihm Angst. Daher fürchte er sich vor "Fundamentalisten jeglicher Art". Das seien für ihn nicht nur Islamisten, sondern auch strenggläubige Evangelisten in den USA oder fanatische Anhänger der katholischen Organisation Opus Dei.
Trotz der Drohungen will Wallraff immer noch in der geplanten Großmoschee in Köln-Ehrenfeld aus den "Satanischen Versen" von Salman Rushdie lesen. "Das wäre ein Durchbruch und eine Enttabuisierung", so der 64-Jährige, der "im Schatten der neu entstehenden Moschee" im Stadtteil Ehrenfeld wohnt. In Zeitungsinterviews hatte Wallraff stets zum Ausdruck gebracht, nichts gegen den Moscheebau zu haben, aber den Integrationswillen der Kölner Muslime testen zu wollen. (epd/sts)