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| 13:22 Uhr

Spannendes Programm
Zwischen Schlesien, Stasi und Szabó

Marta Nieradkiewicz wurde 2017 in Cottbus als herausragende Darstellerin geehrt, ihr Film „Wilde Rosen“ gewann den Hauptpreis und zwei weitere Preise. Regisseurin Anna Jadowska erhielt jetzt in Berlin zudem den Special Pitch Award für ihr neues Projekt.
Marta Nieradkiewicz wurde 2017 in Cottbus als herausragende Darstellerin geehrt, ihr Film „Wilde Rosen“ gewann den Hauptpreis und zwei weitere Preise. Regisseurin Anna Jadowska erhielt jetzt in Berlin zudem den Special Pitch Award für ihr neues Projekt. FOTO: Ant!pode
Berlin/Cottbus. Das Filmfestival Cottbus gibt im Rahmen der Berlinale Ausblick auf seinen 28. Jahrgang. Peter Blochwitz

  Das Filmfestival Cottbus hat am Mittwoch  beim traditionellen East European Brunch im Rahmen der 68. Berlinale einen ersten Ausblick auf den eigenen 28. Festivaljahrgang in diesem November gegeben. Auf der Veranstaltung in der Brandenburger Landesvertretung beim Bund erklärte Programmdirektor Bernd Buder: „Die Recherchen für unsere insgesamt vier Wettbewerbe und zahlreichen Nebensektionen sind bereits in vollem Gange. Wenn sich die Ausbeute weiter so entwickelt, können wir das Publikum wieder mit knapp 200 interessanten, ganz unterschiedlichen Filmen überraschen.“ 

Ein Schwerpunkt des  Festivals, das in diesem Jahr vom 6. bis 11. November stattfindet,  liegt auf Filmen aus und über Schlesien, teilt das Festival mit. Es handele sich um  eine Region, die eine ganz eigene Identität mit eigener Sprache hat und geprägt ist von einem bedeutenden Strukturwandel. Zum überwiegenden Teil stammen die Filme dieser Reihe von polnischen Filmemachern.

Unter dem Titel „Der Freund als Feind, der Vertrauensbruch als Waffe – wie Stasi & Co. engste Beziehungen manipulierten“ untersucht eine Reihe mit Filmen aus verschiedenen ehemals sozialistischen Ländern, was Menschen dazu treibt, Nahestehende zu verraten.

„Aktuelle Themen und Jahrestage wie der 200. Geburtstag von Karl Marx stehen ebenfalls auf dem Programm, und das Filmland Georgien rückt ins Licht der Aufmerksamkeit“, ergänzte Bernd Buder. Zudem widmet sich eine Hommage dem Werk des Ehrenpräsidenten des Cottbuser Filmfestivals, István Sza­bó, der am 18. Februar 80 wurde. Szabó, er gewann 1982 mit „Mephisto“ den Oscar für den besten fremdsprachigen Film, wird im November auch zu Gast in Cottbus sein. 

Ebenfalls im Rahmen des East European Brunchs vergab Dr. Gertraude Müller-Ernstberger, Geschäftsführerin der Münchener Gesellschaft zur Wahrnehmung von Film- und Fernsehrechten mbH (GWFF), den GWFF-Förderpreis. Dieser mit 4500 Euro dotierte Stipendiumspreis geht an Maciej Jagielski aus Polen. Der 35-jährige Produktionsstudent der Gdynia Film School präsentierte gemeinsam mit Regisseurin Edyta Rembała den Beitrag  „Pola“ im Wettbewerb Kurzspielfilm beim 27. Filmfestival Cottbus.

Der Ost-West-Produktionsmarkt connecting cottbus hat eine neue Direktorin: Marjorie Bendeck. Ihre erste Amtshandlung war am Mittwoch die Verleihung des Special Pitch Award an Anna Jadowska. Der Preis ermöglicht der polnischen Filmregisseurin und Drehbuchautorin die Teilnahme an der  20. Ausgabe von  connecting cottbus im November, wo sie ihr neues Projekt vorstellen wird. Jadowska war 2017 die strahlende Siegerin in Cottbus. Sie gewann für ihren Film „Wilde Rosen“, ein packendes Psychogramm einer jungen Frau in der polnischen Provinz, den Hauptpreis. Zudem gab es den Preis für die herausragende Darstellerin – Marta Nieradkiewicz, den Fipresci-Preis und den Preis der Ökumenischen Jury. Mit Spannung darf also ihr neues Projekt erwartet werden.