Werke der Malerei aus der DDR sollen ins Blickfeld gerückt werden, deren künstlerischer Qualität die Wogen der Zeit nichts anhaben konnten. Im Land Brandenburg kann man dabei aus einem reichen Fundus auswählen. Immerhin befinden sich hier die größten DDR-Kunstbestände überhaupt.

So ist dieses städteübergreifende Projekt kein Zufall. Es soll der Auftakt sein, noch enger zusammenzugehen auf dem Wege zu einem Brandenburger Landesmuseum für zeitgenössische Kunst mit mehreren Standorten, ist sich die dkw-Chefin Ulrike Kremeier gewiss. "Eine Fusion, die für alle durchaus Sinn macht", unterstreicht sie.

Und so denken auch die Kuratoren, die die Ausstellung in Frankfurt (Oder) und Beeskow vorbereiten und zur Förderbescheid-Übergabe gekommen sind. Armin Hauer und Herbert Schirmer (der zwar jetzt nicht mehr Museumsdirektor ist, sich aber natürlich auskennt im Beeskower Bestand wie kein anderer) nutzen dabei gleich die Gelegenheit, sich mit der dkw-Chefin und Kurator Jörg Sperling im Cottbuser Fundus nach Objekten ihrer Ausstellungsbegierde umzusehen. Denn für diese Schau sollen die Werke untereinander "verschoben" werden. Leihgaben auf kurzem Wege.

Den Arbeitstitel für das Projekt aber hat die dkw-Chefin inzwischen beiseitegeschoben. "Verschiebungen?" Ulrike Kremeier plädiert für Schlaglichter auf Kunstwerke aus der DDR. So sollen in Frankfurt (Oder) außergewöhnliche Malereiwerke aus der DDR der Jahre 1949 bis 1969 gezeigt werden. Parallel dazu werden in Beeskow die Jahre 1969 bis 1976 und in Cottbus 1977 bis 1989 betrachtet.

Gemeinsam mit Susanne Wuttge, Vize-Chefin des Fördervereins des Kunstmuseums, freut sich Ulrike Kremeier über die Förderzusage durch die Sparkasse. Auch Kataloge soll sie ermöglichen, die über den Ausstellungszeitraum hinauswirken.

Ralf Braun, Vorstandsmitglied der Sparkasse Spree-Neiße, spricht auf Nachfrage von einer deutlich fünfstelligen Summe. Seit Bestehen der Ostdeutschen Sparkassenstiftung wurden allein im Land Brandenburg für 460 Projekte 16 Millionen Euro bereitgestellt.

Braun ist vom neuen Förderprojekt überzeugt: "Die Erforschung und Neupräsentation der Sammlungsbestände ist ein Gewinn für die Region und wird deutschlandweit für Aufmerksamkeit sorgen.".

Die Frage, ob das Interesse für Kunst aus der DDR tatsächlich so groß ist, kontert Ulrike Kremeier mit einem Augenzwinkern: Manchmal müsse man Begehrlichkeiten wecken. Auch ein Dekolleté wird erst attraktiv, wenn es ansprechend präsentiert wird.

Ausstellungen vom 16. April bis 19. Juni im dkw. Cottbus, im Museum Junge Kunst und im Kunstarchiv Beeskow

Zum Thema:
Die Sammlung des Cottbuser Kunstmuseums besteht aus etwa 30 000 Werken der Malerei, Fotografie, Plakatkunst und Zeichnung, in Frankfurt (Oder) sind es rund 11 000 Werke - fast alles Kunst aus der DDR. Im Kunstarchiv Beeskow lagern etwa 23 000 Artefakte.Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung ist ein Gemeinschaftswerk aller Sparkassen Brandenburgs, Mecklenburg-Vorpommerns, Sachsens und Sachsen-Anhalts. Seit 1995 hat sie gemeinsam mit den Sparkassen vor Ort mehr als 1800 Projekte mit insgesamt 71 Millionen Euro unterstützt. Damit ist sie nach eigenen Angaben größter nichtstaatlicher Kulturförderer Deutschlands.