Das Wasser ist gehörig gesalzen und für die gekräuterten Minikartoffeln bestimmt, die vorher natürlich garen müssen. Dazu gibt es ein Gericht, das dem sächselnden Schiffskoch Detlef im Film seinen Spitznamen einbrachte. Nur klingt es hier eine Spur vornehmer: Bulette vom Rind mit gepfefferter Schmorzwiebelsoße soll der "Bulettenschmied" in der Bühnenküche zubereiten.

Noch bevor der gebürtige Briesker, der nach rund 20 Jahren Kabarett bei den "Oderhähnen" in der Heimat vor Anker ging, die Hackfleischmasse ausdauernd durchknetet, hat er köstliche Episoden zu erzählen.

Ein dürrer Koch ist er wie eh und je, dieser Bernd Storch, der sich mit einem Haarband in den Serienhelden zurückverwandelt. Weder schwimmen noch kochen kann er, versichert er, aber eine Rolle spielen. Wobei er gesteht, dass das kreidebleiche Gesicht bei hohem Wellengang im Film echt war. "Die haben erst aufgehört zu drehen, als ich wieder normal aussah", erzählt er.

Auch, dass er die Haltegriffe im Swimmingpool des Serienschiffs nicht erwischte, war nicht gespielt. Bloß gut, dass sich ein Matrose erbarmte und ihn rausholte.

An diesem Abend ist der 65-Jährige heilfroh, von Brieske-Ost über die Weltmeere in Senftenberg-Mitte gelandet zu sein, wo ihm ein wahrer Star-Applaus zuteil wird. Zumal er bekennt: "Mein Weltmeer ist nun der Senftenberger See, selbst wenn ich ,Zar Wasserwirbel' spielen muss."

Als Statist in Senftenberg hatte Storch, der Schriftsetzer und Kesselwärter gelernt hatte, seine ersten Theatererfahrungen gesammelt. Was ihn zum Schauspielstudium trieb. Schon früh fand er am Deutschen Theater zu großen Mimen Kontakt. "Als ich aber sah, wie Horst Drinda mit Kleiderbügeln im Garderobengang das Fechten übte, verging jede Illusion", gibt er zum Besten, während er in der Bühnenküche versucht, nicht alles aus dem Ruder laufen zu lassen.

Wobei ihm der Intendant nicht nur die Kochplatte zuweist, sondern auch den Nachtisch, eine cremige Lausitzer Quarkvariation mit Waldbeergrütze, unterhebt. Und auch bei den Anekdoten kann er dem 65-jährigen Schauspieler durchaus das Wasser reichen. Etwa, wenn er von seiner eigenen Begegnung mit Horst Drinda erzählt, der ja der Kapitän in der Serie "Zur See" war. Latchinian fuhr zufällig einmal in Drindas Auto mit, als sie wegen einer Alkoholkontrolle gestoppt wurden.

Zuvor waren sie kurz auf einer Familienfeier gewesen, wo nicht nur die Erwachsenen von der Bowle gekostet hatten, sondern auch heimlich die Kinder. Als Drinda nun pusten musste, zeigte das Gerät einen erhöhten Alkoholpegel an. "Das muss kaputt sein", wehrte der Schauspieler ab: "Lassen Sie mal meine Enkelin pusten." Als danach die Werte noch höher ausfielen, entschuldigten sich die Volkspolizisten bei dem "Genossen Kapitän" und ließen ihn weiterfahren.

Indes sind die Kochkünstler beim Kosten ihrer Kreationen gelandet. "Wie oft haben Sie schon zum Kochen eingeladen?" fragt Storch. "Zum 35. Mal", verkündet der Intendant stolz. Der Gast darauf: "Da sollten Sie aber endlich das Kochen gelernt haben."