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| 01:34 Uhr

Schauspieler Martin Kaps: „Nichts ist besser als eine fiese Rolle“

Führen etwas im Schilde: Verwaltungsdirektor Ralf Borowski (Martin Kaps), Dr. Isabelle Jung (Maike von Bremen) und Dr. Markus Lindner (Sven Waasner, v.l.) Foto: ZDF/Stephan Pick
Führen etwas im Schilde: Verwaltungsdirektor Ralf Borowski (Martin Kaps), Dr. Isabelle Jung (Maike von Bremen) und Dr. Markus Lindner (Sven Waasner, v.l.) Foto: ZDF/Stephan Pick FOTO: ZDF/Stephan Pick
Cottbus. Am heutigen Montag startet im ZDF eine neue tägliche Serie. In „Herzflimmern“ spielt der 32-jährige Schauspieler Martin Kaps aus Cottbus die Rolle des intriganten Verwaltungsdirektors. Mit Martin Kaps sprach Ida Kretzschmar

Martin Kaps, haben Sie schon Herzflimmern vor dem Serienstart?

Die Aufregung hat sich jetzt schon ein bisschen gelegt. Als im November die Dreharbeiten in München begannen, hat allerdings das Herz geflattert. Jetzt finde ich aufregend: Wie wird die neue tägliche Serie, die wir "Medical Daily" nennen, angenommen? Wird sie sich halten können?

Gibt es nicht schon genug Seifenopern im Fernsehen? Warum sollten wir uns diese ansehen?

Na, weil ich mitspiele, ein Cottbuser! (lacht)

Wie eng ist denn Ihre Beziehung zu Ihrer Heimatstadt?

Mindestens einmal im Monat versuche ich, dort zu sein. Ehrlich, wenn ich nicht dieses Engagement hätte, würde ich sofort wieder nach Cottbus ziehen. Das war vor Jahren, als ich in England und den USA meine Schauspielausbildung absolvierte, noch anders. Da dachte ich, wenn ich zu Besuch nach Cottbus kam: Was herrscht denn da für eine depressive Stimmung? Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Heute fühle ich mich in meiner alten Heimat sehr wohl und empfinde es als wohltuende Abwechslung zu Großstädten wie Köln, München oder Los Angeles oder auch Berlin, wo meine Freundin wohnt.

Sie haben an Universitäten in England und den USA Schauspiel studiert. Warum dort?

Weil sich dort Chancen für mich auftaten, etwas aus meiner Leidenschaft zu machen. Ich konnte da nicht auf großem Fuß leben, aber nur jedem empfehlen, diesen Schritt zu gehen. Nicht, weil es eine große Nummer ist. Es erweitert den Horizont, stärkt die Persönlichkeit.

Aber zurück zur Serie. Was unterscheidet sie von anderen?

Ich denke, es ist das Beste, was man am Nachmittag bekommen kann. Es wurde im Grunde eine neue Form der täglichen Serie erfunden, die nicht "Götter in Weiß" darstellen will, sondern den beruflichen und menschlichen Alltag von Medizinern und Patienten.

Aber es gibt doch schon sehr erfolgreiche Krankenhausserien wie "In aller Freundschaft". Fürchten Sie da nicht die Konkurrenz aus der ARD?

Überhaupt nicht. "In aller Freundschaft" läuft wöchentlich, und wir sind täglich auf dem Sender. Und wir sprechen ja auch ein anderes Publikum an: jenes, das am Nachmittag den Fernseher einschaltet.

Sie selbst haben ja auch schon mal in einem Kinofilm mitgespielt: War die Hauptrolle in "Mitfahrgelegenheit" für Sie Ihre bisher wichtigste Rolle?

Ohne diesen Film hätte ich wahrscheinlich danach nicht im Beruf Fuß fassen können. Es war eine wichtige Rolle, aber die wichtigste ist für mich die, die ich jetzt spiele. Ich kann davon leben. Viele Schauspieler, die keine Arbeit haben, müssen jobben, um sich über Wasser zu halten. Ich konnte nach der Uni als Kameramann und Fernsehjournalist arbeiten. Jetzt bin ich froh, in der Serie wieder meiner Leidenschaft frönen zu dürfen, für die ich meine Schauspielausbildung absolviert habe.

Keine Angst, als Seriengesicht verschlissen zu werden?

Was soll ich mir Gedanken über die Ewigkeit machen? Ich sehe die Rolle als Chance und Herausforderung. Und ich spiele sie, solange sie Spaß macht.

Als Verwaltungsdirektor Ralf Borowski sollen Sie ja ein ziemlicher Intrigant sein. . .

Nichts ist besser als eine fiese Rolle. Da kann ein Schauspieler zeigen, was er draufhat. Aber niemand ist ja nur ein Bösewicht. Die Rolle in allen ihren Facetten auszufüllen, darauf freue ich mich.

Wie nehmen Ihre Rolle Familie und Freunde in Cottbus auf?

Gelassen. Ich rücke erst immer sehr spät raus mit der Sprache, was ich eigentlich mache. Und so sind sie nicht gleich vom Hocker gefallen, als ich von meiner Serienrolle erzählte. Aber wenn sie zu Hause sind, werden sie sich das bestimmt angucken. Ich veranstalte da keinen großen Rummel. Das ist mein Job, und ich mache ihn.

Welche Träume treiben Sie als Schauspieler noch um?

Ich bin etwas abergläubisch. Rede nicht über meine Träume, ich versuche, sie zu leben.

Zum Thema:

"Herzflimmern - Die Klinik am See" startet am heutigen Montag im ZDF. Die erste deutsche Medical Daily wird vom 4. April an immer montags bis freitags um 16.15 Uhr in jeweils 45-minütigen Folgen ausgestrahlt. Mit der Medical Daily bringt das ZDF ein neues Genre ins Tagesprogramm. 200 Folgen sind bereits geplant.Im Zentrum steht die Familie der Kardiologin Professor Dr. Johanna Lindner (Bettina Redlich), ärztliche Direktorin der "Seeklinik" in der fiktiven Stadt Sonnenberg. Ihr Mann Thomas (Ralph Schicha) wird als Richter an das Bundesverwaltungsgericht nach Leipzig berufen. Johannas Sohn Markus (Sven Waasner), ein ehrgeiziger Arzt, steht kurz vor der Hochzeit mit Dr. Marie Egger (Nova Meierhenrich), einer früheren Krankenschwester, die nach ihrem Medizinstudium als Assistenzärztin an die Klinik zurückkehrt. Für Aufruhr in Sonnenberg sorgt der neue Oberarzt Dr. Stefan Jung (Jan Hartmann), ein alter Freund des intriganten Verwaltungsdirektors Ralf Borowski (Martin Kaps).