Danach wird das barocke Schatzkammermuseum eingerichtet. Es öffnet am 15. September und präsentiert als "begehbarer Tresor" knapp 3000 Meisterwerke der Juwelier- und Goldschmiedekunst in Vitrinen sowie auf Konsolen an Schauwänden. Viele Stücke waren seit dem Zweiten Weltkrieg aus Platzmangel im Depot.
Bereits seit 2004 sind in einem modernen Teil 1068 Kunstwerke zu sehen, die bislang mehr als 800 000 Besucher anlockten. Mit dem historischen Teil des Museums wird die in Europa einzigartige Schatzkammersammlung der sächsischen Kurfürsten und Könige wieder komplettiert.
Seit April 2002 haben etwa 20 Ingenieure und Architekten sowie etwa 100 Restauratoren und Handwerker die ausgebrannten Räume saniert, gerettete Teile der Wandverkleidungen restauriert und zerstörte Abschnitte nach Bildern und Beschreibungen erneuert. Diese Arbeiten allein kosteten rund 13 Millionen Euro. In die Einrichtung des neuen und die Rekonstruktion des alten Grünen Gewölbes investierte der Freistaat insgesamt rund 45 Millionen Euro.
Sieben Räume im Erdgeschoss gehörten zur "Geheimen Verwahrung", die um 1550 entstand. Wegen malachitgrüner Abfärbungen einzelner Bauteile wurden sie vermutlich schon ab 1572 als "Grünes Gewölbe" bezeichnet. August der Starke (1670-1733) ließ es um 1723 zum öffentlich zugänglichen Schatzkammermuseum ausbauen. Im Februar 1945 wurden vier der acht Räume zerstört, die restlichen unbenutzbar. Inzwischen sind Bernstein-, Bronzen-, Elfenbein-, Weißsilber- und Silbervergoldetes, Wappen- und Juwelenzimmer sowie der Pretiosensaal wiederhergestellt und um zwei Räume ergänzt.
Das Museum kann nur zu einer bestimmten Zeit durch eine Sicherheits- und Klimaschleuse betreten werden. Aus konservatorischen Gründen haben nur 100 Gäste pro Stunde Zutritt. (dpa/pb)