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| 16:58 Uhr

Gastspiel
Und als Nachschlag Ärztewitze

 Der aus der ARD-Serie „In aller Freundschaft“ bekannte Michael Trischan kommt mit zwei Programmen nach Cottbus.
Der aus der ARD-Serie „In aller Freundschaft“ bekannte Michael Trischan kommt mit zwei Programmen nach Cottbus. FOTO: JOHANNA THIELE
Cottbus. „Sachsenklinik“-Darsteller Michael Trischan gastiert in der Cottbuser Theaternative C. Von Peter Blochwitz

Ein Gesicht, das man zu kennen glaubt, aber vielleicht nicht sofort weiß, woher Irgendwann fällt’s einem ein: Klar, Fernsehen. Das wissen Fans der ARD-Serie „In aller Freundschaft“ natürlich auf Anhieb. Michael Trischan (57) spielt dort, in der „Sachsenklinik“, den Assistenzarzt Hans-Peter Brenner.

Und zwar seit 2007. Lange Zeit. Man hört ja immer wieder von Schauspielern aus anderen Serien, dass sich irgendwann eine gewisse Müdigkeit einstellt, dass die Figur auserzählt ist. Dann steigen sie aus ... „Müdigkeit? Solche Anzeichen gibt’s bei mir nicht. Die Autoren sind sehr kreativ, man muss sie manchmal sogar zurückhalten, sagen unsere Dramaturgen. Also, es ist noch genug Stoff da!“, erklärt Trischan.

Was ist eigentlich das Erfolgsrezept, warum ist die Serie so erfolgreich? Trischan: „Ich glaube, es liegt am Sujet: Krankenhaus. Ärzte, Patienten – das funktioniert eigentlich immer. Und hier ist es vielleicht die Mischung. Dass auch das Privatleben der Ärzte beleuchtet wird, die Patientengeschichten eine Rolle spielen, aber es nicht so ausufert, nicht noch ein dritter oder vierter Handlungsstrang aufgemacht wird.“

In mehr als 150 Produktionen hat Trischan schon mitgewirkt, meist sind es kleinere Rollen ... „So ist es prima. Ich möchte auch nicht die absolute Hauptrolle in der ,Freundschaft’ haben. Den Karren zu ziehen, ist schwer, das macht der Thomas Rühmann ganz gut. Der zieht den Karren und ist auch zufrieden. Wir sind eigentlich alle zufrieden mit unseren Rollen, es gibt keine Rangeleien oder Spekulationen, ob die eigene Rolle bald größer geschrieben wird. Die Chemie stimmt. Und der Erfolg der Serie hat auch damit zu tun.“

Zuschauer neigen dazu, die Schauspiel-Rollen eins zu eins auf den Darsteller zu übertragen, was dazu führen kann, dass jemand, der immer als der sympathische Nachbar besetzt war, mit einer einzigen Bösewicht-Rolle das Publikum verstört. Andererseits werden bei einem, der einen Arzt verkörpert, natürlich medizinische Fachkenntnisse vorausgesetzt. Kennt Trischan-Brenner das auch? Der lacht: „Ja , sogar in der Apotheke. Ich kriege fast alles in der Apotheke, bis auf Betäubungsmittel, die bekomme ich natürlich nicht. Aber wenn ich ein Medikament brauche, heißt es immer: ,Sie wissen ja, wie Sie damit umzugehen haben ...’ Die Grippeschutzimpfung kriege ich mit, die mache ich zu Hause, ich bin ja gelernter Krankenpfleger.“

Michael Trischan tritt auch immer mal wieder in Theatern auf, so in der Cottbuser Theaternative C, wo auch die am 1. Februar gestorbene „Sachsenklinik“-Kollegin Ursula Karusseit gelegentlich zu Gast war. Trischan: „Sie war ja schwer krank, aber dass es dann doch so plötzlich passiert ist, das hat uns alle tief erschüttert. Eine großartige Kollegin, sie hat Film- und Theatergeschichte geschrieben.“ Theaternative-Chef Gerhard Printschitsch: „Wir hatten noch Zukunftspläne für den August geschmiedet, zu unserem 30. Jubiläum, da wollte sie zwei Abende machen.“ Zum Theaternative-Jubiläum, verrät Printschitsch weiter, „gibt es eine Premiere, in der Herr und Frau Trischan mitspielen werden.“

Trischans Frau Ditte stellt die Bühnenprogramme für ihren Mann zusammen, der am 16. März mit „Windeln, Pickel, Psychiatrie! Man(n) wächst mit seinen Aufgaben“ in der Theaternative C gastiert. Wie viel eigenes Erleben fließt da ein? Michael Trischan „kann fast alles unterschreiben. Das haben wir alles ähnlich erlebt“ – mit zwei Söhnen. Am 17. März gibt’s in Cottbus mit „Heiter und so weiter“ noch eine Art Best of aus den Programmen Trischans, der von einem neuen Projekt erzählt: „Wir sind dabei, ein reines Medizinprogramm zu machen: Geschichten, Anekdoten über Ärzte und Patienten. Und als Nachschlag dann noch Ärztewitze, die dürfen nicht fehlen.“ Da könnte er sich ja mit einem Cottbuser Kollegen kurzschließen, Dr. Jörg Vogel, der tatsächlich Arzt ist und in Büchern wie auf der Bühne aus dem vollen Ärzte-Patienten-Leben schöpft. Und auch in der Theaternative C gern gesehen ist.

Natürlich gibt’s da noch Theater-Rollen, die einem vorschweben: „Der Dorfrichter Adam im Zerbrochnen Krug, das ist eine schöne Rolle, der Nathan, natürlich ... Aber so wie’s läuft, ist’s eigentlich ganz gut“, resümiert Michael Trischan.

Michael Trischan in der Theaternative C: „Windeln, Pickel, Psychiatrie! Man(n) wächst mit seinen Aufgaben“, 16. März, 15 und 19.30 Uhr.

„Heiter und so weiter“, 17. März, 15 und 19.30 Uhr.

Telefon: 0355/22024.

 Der aus der ARD-Serie „In aller Freundschaft“ bekannte Michael Trischan kommt mit zwei Programmen nach Cottbus.
Der aus der ARD-Serie „In aller Freundschaft“ bekannte Michael Trischan kommt mit zwei Programmen nach Cottbus. FOTO: JOHANNA THIELE