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Rund ein Dutzend Statisten

Einer für alle, alle für Rostock.
Einer für alle, alle für Rostock. FOTO: Christine Schroeder (NDR Presse und Information)
Krimi-Kolumne. Mann stirbt. Ha(a)rpune in der Brust. Kommt vor. Freundin von Mann läuft hin, schreit ihn an, hält ihn fest. Sanitäter? Tun nichts. Hallo? Spuren und so? Harpune in der Brust ist jetzt eher selten ein Unfall. Daniel Schauff

So plausibel wie diese eine Szene gestaltete sich am Sonntagabend der gesamte Rostocker Polizeiruf -eigentlich ja einer der besseren Sonntagabendkrimis. Diesmal - puh. Da bilden die Macher die Rostocker Hooligan-Szene ab und kriegen dafür über den Daumen gepeilt gerade mal rund ein Dutzend Statisten zusammen? Wenn die Rostocker Hooligan-Szene auf zwölf Vollidioten mit Minderwertigkeitskomplexen besteht, dann sollten die Meck-Pomm-Stadien einigermaßen sicher sein. Ach nee, waren ja 50 gegen 50 beim Kampf, bei dem der Polizist im Rollstuhl landete. Da müssten also noch ein paar mehr Statisten her - aber egal, schließlich wird überall gespart. Ohnehin waren es ja nicht nur die Ultrafans aus dem Nordosten, die mit dem ganzen Gemenge etwas zu tun hatten. Da hing ja der Polizist auch mit drin. Na - Sie wissen schon - der, der die Speicherkarten wie Chips futtert. Bah. Ist fast so ungesund wie Schweißbrenner am Fuß. Wird nicht angezeigt. Ultraehre. Aha.

Aha übrigens auch zum plötzlich liebsäuselnden Kommissar Bukow, der endlich sein Duschgel wiedergefunden hat und Kollegin König eröffnet, dass sie ja jetzt die wichtigste Person in seinem Leben sei - während er tanzt. War übrigens gelogen, weil der große starke Kommissar ja immer noch wie ein Hündchen hinter seiner Frau herläuft und den Kollegen bei jeder Gelegenheit erst mal fertigmacht. Am Anfang war das zwischen den beiden ja noch ein netter Parallelstrang in der Rostocker Krimihandlung, so langsam aber sollte Bukow doch mal gemerkt haben, dass das zwischen ihm und seiner Frau aus ist. Rostock - das kannst du besser. Das am Sonntagabend war irgendwie ganz schön Murks.