Uraufführungen von zwei verschiedenen Bühnenfassungen sind am 4. November in der Schwarzwaldstadt Lahr und am 22. November am Thalia Theater in Hamburg geplant, wie der Verlag Hoffmann und Campe in der Hansestadt bestätigte. "Meine Fassung, die in Lahr Premiere feiert und dann auf Tournee im deutschsprachigen Raum geht, hat Siegfried Lenz noch selber autorisiert", sagte der Münchner Theatermacher Stefan Zimmermann. Lenz starb am 7. Oktober im Alter von 88 Jahren.

In Hamburg inszeniert der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete niederländische Theaterregisseur Johan Simons. Die "Deutschstunde" solle einmal ganz anders zu sehen sein, heißt es in der Ankündigung des Thalia Theaters. Lenz habe Simons noch zu sich nach Hause an die Elbe eingeladen. In einem sehr persönlichen Gespräch, in dem viel von beider Affinität zum Wasser die Rede gewesen sei, habe Simons berichtet, wie er als Kind eine Überschwemmungskatastrophe erlebte, eine Erfahrung, die ihn maßgeblich prägte. "Wie Siegfried Lenz seine Figuren gegen die Weite der norddeutschen Landschaft stellt, darin findet Simons die Ausgesetztheit, die Verlorenheit des Menschen in der Natur." Die Bühnenfassung werde diese Bilder übertragen, so das Thalia Theater.