April) feiert die sogenannte James-Simon-Galerie zumindest schon einmal Richtfest - und den Verantwortlichen dürfte ein großer Stein vom Herzen fallen. Das von Stararchitekt David Chipperfield geplante Gebäude hätte eigentlich schon 2013 eröffnen sollen - immer neue Hiobsbotschaften sorgten für Verzögerungen. Nun soll der Bau 2018 fertig sein.

Hermann Parzinger, der Präsident der zuständigen Stiftung Preußischer Kulturbesitz, ist entsprechend guter Dinge. "Mit der James-Simon-Galerie kommt die Museumsinsel im 21. Jahrhundert an", sagt er. "Architektonisch sensibel in das Unesco-Weltkulturerbe eingebunden, setzt sie die Reihe der großartigen Bauwerke dieses Ortes fort."

Das Empfangsgebäude, benannt nach dem großen jüdischen Museums-Mäzen James Simon (1851-1932), soll den Zugang zu den fünf Häusern der Museumsinsel mit ihren jährlich fast drei Millionen Besuchern zentral regeln. Dazu hat Chipperfield vor dem Neuen Museum ein luftiges Kolonnadengebäude entworfen, das sich über eine breite Freitreppe hin zum Lustgarten und der Prachtstraße Unter den Linden mit dem rekonstruierten Berliner Schloss öffnet.

Der 62-jährige Brite hatte auch schon für die spektakuläre Sanierung des Neuen Museums, dem Heim der Nofretete, verantwortlich gezeichnet. "Die James-Simon-Galerie ist nicht nur ein Gebäude, sondern auch ein öffentlicher Ort in der Stadt", erläutert Chipperfield der Deutschen Presse-Agentur. "Neben ihrer Rolle, das museologische Programm zu ergänzen, organisiert sie die stadträumlichen Beziehungen und die Zugänglichkeit der Museumsinsel neu." Doch die viel gelobten Pläne kamen nach dem Baubeginn 2009 durch die schwierigen Berliner Bodenverhältnisse ins Schlingern.

Die Kosten für das Projekt sind inzwischen auf fast das Doppelte gestiegen - von den anfangs veranschlagten 71 Millionen auf rund 134 Millionen Euro. Bei der Grundsteinlegung brachte Chipperfields Partner Alexander Schwarz die Schwierigkeiten mit der Museumsinsel so auf den Punkt: "Die Geschichte der Berliner "Akropolis der Kunst" verläuft sich schnell im nassen Sand: Eher ein Venedig als ein Rom."