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| 17:26 Uhr

Akademischer Wettstreit
Skulptur aus Branitzer Holz für die beste Idee

Cottbus. Zum Gartenfestival im Branitzer Park wird auch der Kulturlandschaftspreis Fürst Pückler vergeben. Studierende sind aufgefordert, Ideen für die Zukunft des genialen Alterswerks des umtriebigen Landschaftsgestalters zu entwickeln. Von Ida Kretzschmar

Die heiße Phase hat längst begonnen. Aber noch ist knapp ein Monat Zeit, um Zukunftsszenarien zu Papier zu bringen, die selbst dem berühmten Visionär gefallen hätten. Der Verein Fürst Pückler in Branitz hat in Zusammenarbeit mit dem  Lehrstuhl Landschaftsplanung und Freiraumgestaltung/FG Landschaftsarchitektur an der Brandenburgisch-Technischen Universität b-tu Cottbus Senftenberg, der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz und der Stadtverwaltung Cottbus den Kulturlandschaftspreis Fürst Pückler ausgelobt.

„Wir wollen nicht nur verlorene Orte wiederfinden und die Stiftung beim Ankauf von Exponaten und der Finanzierung von Veröffentlichungen unterstützen. Wir orientieren auch auf Zukunft“, begründet der Vorsitzende des Fördervereins, Bernhard Neisener, warum er so große Hoffnungen in die Studentenarbeiten setzt. Junge Ideen seien oft origineller als Ideen aus üblichen Wettbewerben, weil sie einschließen, das scheinbar Unmögliche zu denken, so wie es auch der Fürst gewagt habe.

Am 21. März ist Einsendeschluss für die Arbeiten von Universitätsstudenten aus ganz Deutschland. Es können Masterarbeiten, Seminararbeiten, Projekte, Stegreife oder auch frei wählbare Arbeiten eingereicht werden, welche nicht älter als zwei Jahre sind. Die Aufgabenstellung wurde gemeinsam mit Parkleiter Claudius Wecke und Lena Flamm vom Lehrstuhl präzisiert. Von besonderem Interesse sind beispielsweise die Ermittlung historischer Parkstrukturen im Cottbuser Tierpark als Teil der Cottbuser Parklandschaft und auch die Einbindung des Buga-Parkes, betont Neisener. Oder Überlegungen und Modelle, wie sich Park und Vorpark im Kontext einer wachsenden oder schrumpfenden Stadt entwickeln.Touristische Aspekte können eine Rolle spielen, der neue Ostsee und weitere Orte mit Entwicklungspotenzialen, Verkehrsanbindungen ... Insgesamt gehe es auch um die Beziehungen zwischen dem Branitzer Park und den städtischen Räumen an den Rändern und Schnittstellen.

Die Stadtverwaltung stellt für die Recherchen der Studenten unentgeltlich digitales Kartenwerk zur Verfügung. Stadtplaner, das Fachgebiet Landschaftsarchitektur an der BTU sowie Parkleiter Claudius Wecke helfen als Ansprechpartner gern weiter.

Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert, kann nach der Juryentscheidung aber auch aufgeteilt werden. „Die beste Arbeit soll außerdem mit einer Skulptur von Hans-Georg Wagner geehrt werden, die aus dem Holz von Branitzer Bäumen entsteht“, verrät Bernhard Neisener. Die größten Chancen haben entwicklungs- und umsetzungsfähige Idee, Strategien und Gestaltungsvorschläge, die Anregungen für die Bestandssicherung und zukünftige Entwicklung des Parks Branitz im Kontext seines kulturlandschaftlichen und städtischen Umfeldes geben. Die Jury wird Ende April zusammenkommen. Die Preisverleihung ist zum Gartenfestival im Park Branitz am 26. Mai geplant. Auch eine Ausstellung der Wettbewerbsbeiträge im Vereinszelt soll es an diesem Tag dort geben, die später auch im Cottbuser Rathausfoyer und an der BTU Cottbus gezeigt werden soll.

Der Verein hat gemeinsam mit der Stiftung vor einem Jahr übrigens auch ein anderes Projekt für junge Leute gestartet: In einem Seminarkurs zum Thema Pückler unter Leitung von Sabine Haustein wurden Schüler des Evangelischen Gynasiums in Cottbus auf wissenschaftliches Arbeiten vorbereitet. Die gewählten Themen, wie der reisende Pückler, Pücklers Selbstinszenierungen, Musikalität als eines seiner Talente, sind spannende Themen.

Bernhard Neisener unterstreicht. „Wer den Preis, dotiert mit 150 Euro für den ersten und 100 Euro für den zweiten Platz bekommen wird, verraten wir natürlich noch nicht. Aber da steckt Zukunftsmusik drin. Unser Verein setzt auf Nachwuchs. Wir wollen nicht nur als konservativer konservierender Verein wahrgenommen werden, sondern auch als zukunftsweisender.“

Information und Anforderung von Unterlagen sowie Abgabe für den Kulturlandschaftspreis Fürst Pückler im Internet unter www.puecklerpreis@b-tu.de. Analog: BTU Cottbus, Fakultät II, Fachgebiet Landschaftsarchitektur, Postfach 101344, 03013 Cottbus