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| 17:11 Uhr

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Pückler, Fontane, Rechn

 Simone Neuhäuser und Gert Streidt präsentieren die Neuanschaffung: das Porträt von Karl August Fürst von Hardenberg, Pücklers Schwiegervater.
Simone Neuhäuser und Gert Streidt präsentieren die Neuanschaffung: das Porträt von Karl August Fürst von Hardenberg, Pücklers Schwiegervater. FOTO: LR / Silke Halpick
Cottbus. Das Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz will Besucher mit großen Namen anlocken. Von Silke Halpick

Drei große Namen bestimmen das diesjährige Veranstaltungsprogramm im Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz: Hermann Fürst Pückler, Theodor Fontane und Günther Rechn. Mit Kultur will Stiftungsdirektor Gert Streidt die Stadt Cottbus aus den Negativschlagzeilen herausholen, wie er auf der Jahrespressekonferenz ankündigt. Potenzial sieht er beim Fürsten selbst, der für Weltoffenheit steht und erster Ehrenbürger von Cottbus war.

Pückler bekommt im Mai seine erste eigene Dauerausstellung. „Ein Novum“, wie Simone Neuhäuser sagt. In elf Räumen des Haupt- und Obergeschosses soll der Mensch hinter dem Standesherrn, Gartenkünstler und Schriftsteller in den Mittelpunkt rücken. „Viele kennen seinen Namen ja nur noch vom Speiseeis“, bedauert sie. Wie Pückler gelebt hat und seine Gäste empfing, soll gezeigt werden. „Geöffnet wird auch die Silberkammer“, kündigt Neuhäuser an. Deren Inhalt zeigte den Gästen Rang und Stand des Hausherrn.

Ins Schloss kehrt nun auch Pücklers Schwiegervater zurück: Karl August Fürst von Hardenberg. Die Stiftung hat ein Porträt von ihm erworben. Das Original hängt im Waterloo-Chamber in Windsor Castle in London und wurde 1818 von Thomas Lawrence, dem bekanntesten britischen Porträtmaler seiner Zeit gemalt. Vermutlich erschuf einer seiner Schüler die Hardenberg-Kopie. Pückler hätte das Porträt mit Sicherheit auch gern gehabt, vermutet Neuhäuser.

Im Fontane-Jahr 2019 begibt sich auch die Stiftung auf die Spuren des deutschen Dichters. Allerdings habe er kaum welche in Branitz hinterlassen, wie Streidt einräumen muss. „Aber er war ein ausgesprochener Fan des Landschaftsmalers Carl Blechen.“ Im Rahmen seiner „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ hatte Fontane eine Biografhie über den Cottbuser geplant, von der allerdings nur handschriftliche Ansätze erhalten sind. Die Sonderausstellung zu Fontane und Blechen wird im April eröffnet.

Eine Hommage an den Cottbuser Maler Günther Rechn ist die zweite Sonderausstellung ab April im Marstall. Rechn feiert in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag und gehört neben Hans Scheuerecker zu einem der wichtigsten Künstler in Cottbus. Seine Malerei, die im Zeichen des expressiven Realismus steht, ist in Branitz zu sehen. Zeitgleich stellt die Sparkasse Spree-Neiße Zeichnungen aus.

Den Rechn-Ausstellungskatalog gibt der Förderverein Fürst Pückler in Branitz heraus. Von „einem opulenten Werk mit 120 Seiten“ spricht der Vorsitzende Bernhard Neisener. Insgesamt investiert der Verein in diesem Jahr 18 000 Euro in verschiedene Projekte. Dazu gehören beispielsweise die Übergabe von zwei historischen Kronleuchtern und die Neuauflage der Ahnengalerie Ende März sowie ein Modell vom Schlossensemble in Branitz, das in der Touristinformation in der Stadthalle ausgestellt werden soll.

Auch das Gartenfestival wird vom Verein unterstützt. Der Veranstalter Poolproduction setzt in diesem Jahr auf leise Töne und Nachhaltigkeit, wie Geschäftsführer Jörg Ackermann betont. Mehr als 60 regionale und überregionale Gärtnereien, Züchter und Manufakturen werden erwartet. Damit stoße man bei der 9. Auflage allmählich an die Grenzen, so Ackermann, zumal das blaue Haus an der Gärtnerei noch gesperrt ist.

Die Sanierungsarbeiten haben sich verzögert, weil der Zustand der maroden Holzkonstruktion schlimmer als erwartet ausfiel, erklärt Streidt. Jetzt werden Metallstützen eingezogen. Danach werde das Haus wieder zur „Zierde der historischen Gärtnerei“ gehören. Saniert wird auch das Kavalierhaus, restauriert die Gitterkonstruktion an der Landpyramide. Mit der Eröffnung der Orienträume rechnet Streidt im Sommer. Im kommenden Jahr ist das Musikzimmer an der Reihe. „Dann sind wir durch die Haupträume einmal durch“, sagt er.

Rund 2,8 Millionen Euro aus europäischen Fördermitteln fließen in die Parkanlage. Damit werden unter anderem das Venusbeet vor dem Schloss sowie der Rehgarten mit dem Hardenbergplatz wiederhergestellt. Der Parkeingang an der Pücklerallee wird aufgewertet, die Parkwege saniert. Der Durchführungszeitraum für das Gesamtprojekt konnte bis Mai 2021 verlängert werden.

Im Blick hat die Stiftung eine weitere große Baumaßnahme: Dach und Fassade des Schlosses sowie die Pergola müssen saniert werden. Mit einem Umfang von fünf Millionen Euro rechnet Streidt. Fördermittel wurden bereits bei Bund und Land beantragt. Er selbst ist optimistisch, wie er sagt.

 Mandy Hackel (r.) von der Stadtverwaltung berichtet über Interreg-Projekte im Branitzer Park
Mandy Hackel (r.) von der Stadtverwaltung berichtet über Interreg-Projekte im Branitzer Park FOTO: LR / Silke Halpick
 Das Schild am Branitzer Park
Das Schild am Branitzer Park FOTO: LR / Silke Halpick
 Simone Neuhäuser und Gert Streidt präsentieren die Neuanschaffung: das Porträt von Karl August Fürst von Hardenberg, Pücklers Schwiegervater.
Simone Neuhäuser und Gert Streidt präsentieren die Neuanschaffung: das Porträt von Karl August Fürst von Hardenberg, Pücklers Schwiegervater. FOTO: LR / Silke Halpick