Der Thriller "Wolfsbeute" des französischen Autors Bernard Minier ("Schwarzer Schmetterling") beginnt mit einem Albtraum, der Ouvertüre. Minier hat sein gruseliges Verwirrspiel wie eine Oper komponiert, in dem Opfer und Täter auf ein Finale furioso zusteuern. Mittendrin Polizist Martin, der in ein Hotelzimmer gelockt wird, in dem sich eine Künstlerin das Leben nahm. Moderatorin Christine hingegen erhält von dem anonymen Briefschreiber weitere Botschaften - in ihrer Show und zu Hause, wo er eine CD mit Arien aus Puccinis "Tosca" hinterlässt. Der Stalker bringt Christine derart aus dem Gleichgewicht, dass sie ihren Halt, ihren Job und auch noch ihren Partner verliert. Martin kämpft unterdessen mit den Schrecken der Vergangenheit. Die französische Zeitschrift "Elle" würdigte das Psychokammerspiel als einen der besten Thriller des Jahres.

Bernard Minier: Wolfsbeute. Droemer Verlag München, 640 Seiten, 14,99 Euro.