Die Stipendiaten-Ausstellungen, die lebendige Einblicke in die zeitgenössische Kunstproduktion im Lande gewähren, zählen seit Langem zum festen Bestandteil des dkw.-Programms. Durch Aufstockung und Veränderung der Ausschreibung wurde aus den seit 1994 vergebenen Arbeitsstipendien für Bildende Kunst im Jahre 2013 der Kunst-Förderpreis, den das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg seither alljährlich an drei Künstlerinnen und Künstler vergibt.

Die aktuellen Arbeitsergebnisse der sechs in diesem Jahr Ausgewählten präsentiert das Cottbuser Kunstmuseum in drei Ausstellungen, wobei jeweils zwei Positionen miteinander in den Dialog treten. In Fortsetzung von "Gemischtes Doppel I und II" folgt nun die dritte Ausstellung mit Arbeiten von Anne Heinlein und Katrin von Lehmann, die am heutigen Freitag eröffnet wird. Bei beiden Künstlerinnen steht am Anfang der Arbeit die Recherche von Prozessen, die im Vergangenen liegen.

So suchte die Fotografin Anne Heinlein für ihre Serie "Wüstungen" Orte an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze auf, an denen bis in die 1980er-Jahre Dörfer existierten. Von den Häusern und Gehöften, die von den DDR-Behörden zu Zeiten des Mauerbaus und der Grenzverstärkung enteignet und dem Erdboden gleichgemacht wurden, ist nichts geblieben. Die geschliffenen Dörfer sind unter Gras, Gebüsch und Bäumen gänzlich verschwunden, und die bewusst in schwarz-weiß gehaltenen Bilder zeigen nun stille, menschenleere Landschaften.

Katrin von Lehmann wiederum ließ sich in ihrer gefalteten Pinselzeichnung "Die Feigenmauer aufdecken" vom Etatentwurf eines Hofgärtners aus dem 19. Jahrhundert inspirieren, teilt das dkw. mit. Und weiter: "Die Aufzeichnungen, die gärtnerische Tätigkeiten in der Orangerie und im Lustgarten von Sanssouci im Jahr 1834 auflisten, werden zum Ausgangspunkt der Arbeit. In der Zeichnung und im Faltprozess transformiert die Künstlerin das historische Dokument in eine neue Form und verweist auf die komplexen Zusammenhänge von Natur, Zeit und Raum."

Ebenfalls am heutigen Freitag wird die Ausstellung "Finde Mangan!" von Mangan25 eröffnet (RUNDSCHAU berichtete). Mangan25 ist eine derzeit achtköpfige interdisziplinäre Künstlergruppe, die als gemeinsame Arbeitsvoraussetzung bereisbare Erfahrungsräume aufsucht. Ungewöhnliche Landschaften, schwer zugängliche Habitate und Expeditionen im Grenzbereich stehen im Fokus.

"Gemischtes Doppel III: Anne Heinlein, Katrin von Lehmann", Stipendiaten 2012 + Kunst-Förderpreisträger 2013 des Landes Brandenburg, bis 18. Januar 2015. Eröffnung am heutigen Freitag, 19.30 Uhr, ab 19 Uhr ist freier Eintritt in die Ausstellung. Gleiche Zeiten und Bedingungen gelten für die Mangan25-Schau.