Eagleton greift die seiner Meinung nach zehn geläufigsten Kritikpunkte an Marx auf und versucht, sie zu widerlegen. Dabei gelingt ihm ganz nebenbei auch eine verständliche und sogar unterhaltsame Einführung in das philosophisch-gesellschaftskritische Werk von Karl Marx. Der habe dem Gleichheitsbegriff immer misstraut und auch nicht von einer Zukunft geträumt, "in der alle in Overalls mit einer Sozialversicherungsnummer auf dem Rücken stecken". Vielmehr habe er auf Vielfalt gehofft, auf ein besseres, auch sinnvolles Leben für möglichst viele Menschen.

Terry Eagleton: Warum Marx recht hat. Ullstein Verlag, Berlin, 288 Seiten, 18 Euro.

Deutschland braucht mal wieder einen Kaiser

Den ersten Roman zur Bundespräsidentenkrise hat Ex- "Focus"-Chefredakteur Wolfram Weimer geschrieben. Die CSU schlägt darin Fußball-Lichtgestalt Franz Beckenbauer als Bundespräsidenten vor - frei nach dem Motto: Deutschland braucht wieder einen Kaiser. Die Kanzlerin, die lieber am Küchen- als am Schreibtisch arbeitet, weil noch "der testosterone Geist ihres Vorgängers" darauf liegen könnte, sieht sich plötzlich auf Fußball-Nachhilfe angewiesen. Und sie schmiedet einen Plan. Literaturkritiker Helmut Karasek empfiehlt den Roman mit dem Kommentar: "Ein Buch, in dem die Satire die Wirklichkeit überholt."

Wolfram Weimer: Heimspiel - Eine alternativlose Realsatire. Quadriga-Verlag, Berlin, 129 Seiten, 12,99 Euro.

Starb Mozart an "hitzigem Frieselfieber"?

Über Mozarts letzte Krankheit wird bis heute spekuliert. Sein Totenbeschauer diagnostizierte ein "hitziges Frieselfieber". Der Musiker selbst allerdings argwöhnte eine Vergiftung. Einer düsteren Legende zufolge soll sein missgünstiger Konkurrent Antonio Salieri den genialen Komponisten ins Grab befördert haben. Das Rätsel um Mozarts Tod greift jetzt der Waliser Schriftsteller Matt Beynon Rees auf. Eine erste Spur führt zu den Freimaurern und zu Mozarts letzter Oper, der "Zauberflöte". Sie scheint den Schlüssel zum Geheimnis um seinen Tod zu enthalten. - Aus einem an sich interessanten Sujet macht Rees einfach zu wenig. Die Geschichte kommt nur mühsam in Gang und weiß auch später den Leser nicht recht mitzunehmen.

Matt Beynon Rees: Mozarts letzte Arie. C.H. Beck Verlag, München, 320 Seiten, 17,95 Euro.