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| 15:14 Uhr

Jubilarin
Popstar und Sexsymbol: Madonna wird 60

Im Bustier des französischen Designers Jean Paul Gaultier tritt US-Sängerin Madonna während ihrer Welttournee im Juli 1990 in Dortmund auf.
Im Bustier des französischen Designers Jean Paul Gaultier tritt US-Sängerin Madonna während ihrer Welttournee im Juli 1990 in Dortmund auf. FOTO: dpa / Franz-Peter Tschauner
New York/Lissabon. () Madonna – ewige Jungfrau, glühendes Sexsymbol und eine Verfechterin starker Frauen, die der Musikindustrie ihre eigenen Regeln vorschrieb – ist neuerdings eine „Soccer Mom“ (Fußball-Mama).

Ihr Umzug von New York nach Lissabon habe ihrem zwölfjährigen Sohn David gegolten, der in Europa professionell Fußball spielen will, sagte sie der Zeitschrift „Vogue“ kürzlich. „Wie sich herausstellt, ähnelt die Pop-Sensation uns gewöhnlichen Leuten mehr als wir denken“, schrieb die Website „E!News“.

60 Jahre wird Madonna Louise Ciccone am Donnerstag, und so wirklich normal war in ihrem Leben bisher nichts. In ihrer bunten Welt aus melodischem Pop, Dance und Electro-Erotik ist sie eine Art erwachsenes Mädchen oder kindliche Frau geblieben, die die Regeln ihrer Karriere vollkommen selbst zu diktieren scheint. Sie gilt als erste Frau, die als Popstar die komplette Kontrolle über ihre Musik und das eigene Image erlangte.

In den USA war Popmusik eine von Männern beherrschte Welt, als dem blonden Mädchen aus einem Vorort in Detroit, Michigan, der erste Hit gelang. „Everybody“ landete 1982 in den Dance-Charts auf dem ersten Platz, die bald folgenden Singles „Holiday“ und „Like a Virgin“ sind heute Pop-Klassiker.

Stylisch und sexy kam sie in ihren Musikvideos daher und zog sich für „Playboy“ und „Penthouse“ aus, ohne ihr Ansehen als Power-Frau dabei einzubüßen. Und sie bewies, dass sie als Geschäftsfrau ebenso viel reißen kann wie auf der Bühne.

Dazu passte auch, dass Madonna in ihren (nicht allzu langlebigen) Ehen mit Schauspieler Sean Penn und später dem britischen Regisseur Guy Ritchie sehr unabhängig lebte. Im Kampf um ihre Adoptivsöhne David Banda und Mercy James aus Malawi setzte sie sich durch und adoptierte im Frühjahr 2017 noch die Zwillinge Estere und Stella dazu. Mit den zwei leiblichen Kindern Rocco und Lourdes zeigte sie sich im selben Jahr als alleinerziehende, stolze Mutter von sechs Kindern.

Normal war auch nicht, dass Madonna neben dieser Großfamilie und ihren inzwischen 13 Alben (besonders erfolgreich waren „MDNA“, „Ray of Light“ und „Hard Candy“) in etwa zwei Dutzend Filmen mitspielte. „Evita“ und ihre Komödien „Susan...verzweifelt gesucht“ oder „Who‘s That Girl“ reichten an ihre Musik nicht heran. Die Rollen rückten sie selbst aber noch um einiges näher an ihr Idol Marilyn Monroe, als die sie auf der Titelseite der Zeitschrift „Vanity Fair“ 1991 sogar posierte.

Nach all diesem Wahnsinn, nach 335 Millionen verkauften Platten, sieben Grammys und mitunter polarisierenden Auftritten, ist Madonna aus dem Olymp des Pop nicht mehr wegzudenken. Einen vergleichbaren Einfluss hatten dort sonst vielleicht nur die (allesamt männlichen) Beatles, Elvis Presley und Michael Jackson.