Dieser Zustand darf nicht lange dauern, immerhin ist der Papst die höchste Autorität für mehr als eine Milliarde Katholiken auf allen Kontinenten. Aber es gibt eine seit Jahrhunderten festgelegte Regelung, wie dieses Machtvakuum kurzfristig aufgehoben werden soll. An diesem Punkt setzt der neue Roman des britischen Erfolgsautors Robert Harris (59) ein. In einem Konklave wählen die Kardinäle von der Außenwelt abgeschottet einen aus ihrer Mitte zum neuen Führer der Katholischen Kirche. Nichts darf in diese Versammlung mächtiger alter Männer hineinkommen und nichts darf herauskommen, bis der neue Papst gewählt ist. Seit Jahrhunderten blühen die Spekulationen darüber, was bei einer solchen Papstwahl vor sich geht. Harris geht in "Konklave" mitten hinein in die Papstwahl. Mit seinem ungewöhnlichen Rahmen und Personal ist das ein Thriller ganz eigener Art. Aber der Roman um Machtpoker im Vatikan unterhält den Leser vorzüglich.

Robert Harris: Konklave. Heyne Verlag, 350 Seiten, 21,99Euro