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| 13:45 Uhr

Jazz
Spiel auf der Klaviatur des Lebens

Maria Baptist im Geisendorfer Musiksalon.
Maria Baptist im Geisendorfer Musiksalon. FOTO: Ingrid Hoberg
Geisendorf. Pianistin Maria Baptist stellt im Musiksalon auf Gut Geisendorf ihre aktuelle CD vor. Von Ingrid Hoberg

Das Kulturforum der Lausitzer Braunkohle bereichert mit dem Musiksalon, dem Literaturforum wie dem Kunstmarkt das Leben in der vom Bergbau geprägten Region. Erst vor wenigen Tagen hat Pianistin Maria Baptist ihre CD-Release-Tour in der Berliner Kunstfabrik Schlot gestartet. Nun ist sie auf Gut Geisendorf (Neupetershain) zu Gast gewesen, um „Resonance“ mit neuen Kompositionen und gefühlvollen Improvisationen im gut besuchten Musiksalon vorzustellen.

Der Herbst stellte sich mit lange vermisstem Regen ein und Maria Baptist lieferte den passenden Sound zwischen Verträumtheit, Melancholie und expressiven Eindrücken dazu. „Ich war im März in New York, meiner zweiten Heimat, und habe dort im Studio ein neues Soloalbum aufgenommen“, sagte die Pianistin. Sie hätte dazu vorab nur wenige Skizzen aufgeschrieben. „Das war ein Abenteuer für mich“, ergänzte sie.

An diesem Nachmittag erwartete das Publikum, von Kaffee und Kuchen gut eingestimmt, was die Pianistin, Komponistin und Professorin an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ mitgebracht hatte. „Die Skizzen, die ich mir vor der Studioaufnahme gemacht hatte, habe ich heute zu Hause gelassen“, sagte sie und war selbst gespannt, welche Inspirationen sich einstellen würden. „Für mich haben Improvisation und Meditation viel gemeinsam“, betonte sie.

Und so schlug sie den Bogen von „Resonance“ über „Early Sunday Morning“ bis zu „Stillness Speaks“. Eine Blüte entfaltete sich („The Blossom“) und die Bigband-Komposition „After the Darkness“ funktionierte auch als Solostück. Emotional und kraftvoll spielte Maria Baptist, spätestens bei „Running“ überzeugte sie die Zuhörer davon.

Maria Baptist nahm an diesem Nachmittag nicht nur mit dem „Song of the Soul“ die Zuhörer mit auf eine Reise zu sich selbst. Ihr melancholisches „Goodbye“ als Zugabe war ein Versprechen beiderseits auf ein Wiedersehen. Schließlich hatte die Berliner Musikerin 2014 ihre damals aktuelle CD „Self Portrait“ vorgestellt und die besondere Atmosphäre mit einem einfühlsamen Publikum, Stammbesuchern des Musiksalons und Jazzfreunden aus der Region von Lübbenau bis Cottbus und Senftenberg, diesmal als besonders inspirierend empfunden.

Die nächste Veranstaltung
auf Gut Geisendorf ist am 21. Oktober, 15 Uhr, das Literaturforum. Defa-Filmregisseur und Autor Siegfried Kühn liest gemeinsam mit Schauspieler Christian Steyer aus seinem Buch „Die Erdorgel oder Wunderbare abgründige Welt“.

Der 10. Kunstmarkt findet am 28. Oktober von 13 bis 17 Uhr statt.

Weitere Informationen gibt es unter www.gut-geisendorf.de