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| 18:14 Uhr

Ausstellung
Peter Müllers Karikaturen in Bad Liebenwerda

Annabell Schultze (19) bei der Vorbereitung der Ausstellung mit Grafiken von Peter Müller.
Annabell Schultze (19) bei der Vorbereitung der Ausstellung mit Grafiken von Peter Müller. FOTO: Veit Rösler/vrs1 / Veit Rösler
Bad Liebenwerda. Marionettentheatermuseum zeigt Arbeiten von „PM“. Von Veit Rösler

Kaum jemand  weiß wie er aussieht; doch jeder ältere RUNDSCHAU-Leser kennt ihn. Die Grafiken und Illustrationen eines ganz besonders begabten Zeichners waren zwischen 1977 und 1992 in der LAUSITZER RUNDSCHAU unter dem Kürzel „PM“ allgegenwärtig. Alte Sagengeschichten, Tierserien, Bilderrätsel, Karikaturen und Cartoons von RUNDSCHAU-Grafiker Peter Müller (1935-2013) sind ab Sonntag im Mitteldeutschen Marionettentheatermuseum Bad Liebenwerda zu sehen. Gegenwärtig bereitet Annabell Schultze (19) im Bundesfreiwilligendienst zusammen mit Historiker Ralf Uschner eine Kabinettausstellung vor, in der etwa 120 mit der Feder gezeichnete Originale und auch Holzschnitte zu sehen sind. Die Werke wurden von Rita Müller zur Verfügung gestellt, der Witwe des Künstlers. In den 15 Jahren seiner RUNDSCHAU-Zeit hat Peter Müller mehrere Tausend solcher Illustrationen geschaffen. Kein Ort im Verbreitungsgebiet der RUNDSCHAU war ihm fremd. Mit jeder Sage, mit jedem gezeichneten Tier, mit jedem Wortspiel und jeder Wortmalerei hat er sich tiefgründig beschäftigt, um so kreativ sein zu können. Historiker Ralf Uschner kann sich noch genau an die illustrierten Sagengeschichten aus der Lausitz und dem Elbe-Elster Land erinnern, wie zum Beispiel „Die Gespenster am Reißdamm“, „Der Steinbaum zu Prestewitz“, „Die schwarze Frau von Massen“, „Der schwarze Hund“ oder „Die wilde Jagd“. Alle hat er ausgeschnitten und gesammelt. In einem externen Sonderprojekt werden gegenwärtig von einer Falkenberger Historikerin die Arbeiten des Grafikers digitalisiert.

Peter Müller wurde 1935 in Neuzelle geboren, viele Jahre seiner Kindheit verbrachte er in Fürstenberg. Manche seiner Erinnerungen an die Kindheit sind in den Zeichnungen wiederzuerkennen, so zum Beispiel die immer wieder für Fernweh sorgenden Oderkähne auf dem nahen Fluss, die Schiffer bei der Arbeit, aber auch Schleusenwärter und Angler an der Wasserstraße. Das Fernweh lässt ihn zwei Jahre zur See fahren bei der DDR-Hochseefischerei. Von hier her rühren viele maritime Motive, alle Arbeiten entstehen mit großer Verliebtheit zum Detail. Danach wird Peter Müller Glasmaler, Werbezeichner und Schlackekipper, Plakatmaler im Kraftwerk Boxberg, Betriebsfunker und Betriebszeitungsredakteur. Von da aus kommt er 1977 zur LAUSITZER RUNDSCHAU nach Cottbus, wo er als Pressezeichner und Grafiker eingesetzt wird. Mit Leidenschaft und Humor pflegt er doppeldeutige Wortbilder. Er bleibt bis in die 90er-Jahre, bis ihn gesundheitliche Gründe in den Ruhestand zwingen.

Das Mitteldeutsche Marionettentheatermuseum Bad Liebenwerda lädt am Sonntag um 15 Uhr herzlich ein zum Ausstellungsgespräch mit dem Journalisten Thomas Klatt, einem langjährigen und engen Freund von Peter Müller.

Grafik von Peter Müller.
Grafik von Peter Müller. FOTO: Peter Müller