Die im Märkischen von offizieller Seite noch am meisten hochgehalten wurde. Manfred Stolpes Floskel von Brandenburg als der "kleinen DDR" wird man nie vergessen.
Damals machten sich viele Leute, nicht zuletzt aus dem Westen, darüber lustig, doch in Abwandlung des Gorbatschow-Satzes könnte man sagen: Wer zu früh lacht, den bestraft das Leben. Nun kommen ausgerechnet aus dieser Ecke Deutschlands die Chefs der großen (west)deutschen Volksparteien und bestimmen via Große Koalition die Geschicke der Bundesrepublik.
Von Ostlern lernen, heißt siegen lernen? Das muss man mal abwarten, denn in der Politik kann man noch schneller fallen als aufsteigen. Immerhin: Angela Merkel wurde schon jetzt von einem US-Magazin zur weltweit einflussreichsten Politikerin gekürt. Damit wandelt sie auf den Spuren eines anderen Bran denburgers, der nach der Wende groß Karriere gemacht hat und soeben von einem englischen Magazin zum Weltbesten seines Fachs gewählt wurde: Paul van Dyk, ein gebürtiger Eisenhüttenstädter, der kurz vor dem Mauerfall mit seiner Mutter nach Westberlin ausreiste, wurde vom renommierten Szeneblatt "DJ Mag" zum weltbesten DJ gewählt. Auch das ostdeutsche Musikerkollektiv Rammstein hatte gerade bei den MTV-Awards die Nase vorn in der Kategorie bester deutscher Musik-Act. Und das aktuelle Werk des ostdeutschen Schriftstellers Ingo Schulze, "Neue Leben", wird momentan von der gesamten Kritikerriege als bester deutscher Roman des Jahres gefeiert.
Solange man es nicht selber ernst nimmt, könnte man sagen: Die Ostler sind dabei, Walter Ulbrichts Devise vom Überholen ohne Einzuholen des Westens nunmehr zu verwirklichen. Sogar Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) hat enthüllt, dass er aus Jugendtagen ein Fan von FDJ- und DDR-Kampfliedern ist!! Sein Lieblingssong sei "Sag mir, wo du stehst!". Das dürfte seine Parteivorsitzende freuen.