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Ordentlich was auf die Ohren

Ehemalige und aktuelle Bläser musizierten am Sonntag im Cottbuser Konservatorium und machten dabei einen Abstecher in die Filmmusik.
Ehemalige und aktuelle Bläser musizierten am Sonntag im Cottbuser Konservatorium und machten dabei einen Abstecher in die Filmmusik. FOTO: Rüdiger Hofmann
Cottbus. Was für ein lautstarker Auftritt ehemaliger und aktueller Bläserinnen und Bläser des Cottbuser Konservatoriums! 52 waren es an der Zahl, ausgestattet mit einer breiten Instrumentenpalette, die von Posaune über Fagott, von Klarinette über Flöte und von Saxofon bis Trompete reichte. Das Ganze noch zusätzlich akustisch umrahmt von Schlagzeug und Trommel. Rüdiger Hofmann

Unter dem Titel "Die Bläser Kon-Action - das etwas andere Bläserprojekt" versammelten sich die Musiker am Sonntagabend im Konzertsaal.

"Wir sind ein Projektensemble, das sich alle zwei Jahre zusammenfindet, um gemeinsam zu musizieren und bei regionalen Veranstaltungen wie dem Cottbuser Stadtfest oder dem hausinternen Schulfest Auftritte durchführt", sagt Michael Dittrich, stellvertretender Direktor des Konservatoriums Cottbus, der als Dirigent und Moderator humorvoll durch den Abend führte. Auf die Ohren gab es internationale Filmmusik, arrangiert für Blasmusikbesetzungen. Dabei sorgte das große Aufgebot von Holz- und Blechbläsern mit einer beindruckenden Klangvielfalt zwischen Filmmusik und Pop für sommerliche Unterhaltung.

Los ging es mit der Filmmusik zu "Mission Impossible" sowie dem berühmten "Indiana Jones"-Thema und einer Bearbeitung des Klassikers "Zurück in die Zukunft". Mit sichtlichem Spaß wagten die jungen Musiker dann einen Abstecher in die weite Welt von Walt Disney und zelebrierten ein Sammelsurium an bekannten Stücken wie "König der Löwen" oder "Cinderella". Gesungen wurde auch: Die bezaubernde Christiane Altmann, Gesangspädagogin am Konservatorium, übernahm den Solo-Part aus "Blue Moon", ein von Richard Rodgers (Musik) und Lorenz Hart (Text) im Jahr 1933 verfasster Popsong, der sich Stil übergreifend zum Evergreen und Jazzstandard entwickelte. Marschlastig wurde es dann bei Sir Edward William Elgars "Pomp and Circumstances", einer Reihe von fünf Märschen für Orchester. Elgar war einer der ersten bedeutendsten britischen Komponisten nach Henry Purcell. Sein erster in D-Dur mit der Hymne "Land of Hope and Glory" verfasster Marsch dieser Reihe beschließt auch heute noch alljährlich die "Last Night" der Promenadenkonzerte in der Londoner Royal Albert Hall.

Beim weltberühmten "YMCA" wippten und schnippten nicht mehr nur die Musiker mit, auch das Publikum wurde animiert, die Stimmung schwappte auf den Saal über.

Mit "The Typewriter" hat der US-Komponist Leroy Anderson 1950 nicht nur eine orchestrale Hommage an die Schreibmaschine komponiert, sondern auch die Schreibmaschine selbst als Musikinstrument etabliert. Hauptsächlich bekannt wurde der Song aber durch einen Sketch von Jerry Lewis, den er in dem Film "Der Ladenhüter" (1963) aufführte. Die Bläser stellten Sketch und Song auf lustige Weise nach und begeisterten die Zuhörer. Mit zwei Zugaben verabschiedeten sie sich unter großem Beifall.

Teilnehmen werden die Musiker vor der Sommerpause noch an den Brandenburger Landesmusikschultagen, die vom 21. bis 23. Juli in Luckenwalde stattfinden.