Das frisch gegründete Lusatia Festival, wie schon der Name vermuten lässt, sitzt inmitten der Lausitz. In einer Region, die kurz vor dem größten Strukturwandel steckt, den sie je erlebt hat. Die Kohle geht - und was kommt danach?
Eine Frage, die auch die Macher des Festivalprojektes Lusatia beschäftigt. „Die Lausitz hat eine total tolle Geschichte. Es gibt den Tagebau und unheimlich viele schöne Sagen“, beschreibt es Lusatia-Mitbegründer Alexander Dettke. „Gleichzeitig“, betont der 32-Jährige, „gibt es hier eine immens große gesellschaftliche Herausforderung durch den Strukturwandel. Braunkohle geht und irgendwas Neues muss kommen.“ Nicht nur er stellt sich die Frage: „Was ist das Neue?“ An dieser Stelle kommt Lusatia ins Spiel. „Lusatia steht für die neue Energie, die aus dem Boden frei getanzt wird, sich erhebt und Kreativität ist. Dafür wollen wir stehen“, sagt Dettke.

Festivalkultur als Alternative zur Kohle

Anders formuliert: Das Lusatia Festival möchte die Kultur und nachhaltige Formen des Tourismus abseits des Mainstreams als Alternative zur Kohle anbieten. Die Energie soll nun in Form von Kreativität und Begegnungen aufsteigen und die schöne Lausitz um weitere Faktoren bereichern. Das Projekt „Lusatia Festival“ möchte mit der Region gemeinsam Optionen erarbeiten, wie Kulturschaffende mit der Lausitz einen Ort erschließen können, den viele aus der Großstadt schon so lange vermissen.
Die unglaubliche Natur, die sorbische Kultur, neu entstehende Landschaften als Folge des Strukturwandels - es gebe einfach viel zu entdecken in der Lausitz, sind sich die Organisatoren einig.

Festivalzukunft bleibt ungewiss

Eigentlich sollte Lusatia in diesem Jahr erstmalig als tatsächliches Festival mit Publikum stattfinden. Doch durch die COVID-19 Pandemie und die damit einhergehenden Veranstaltungsverbote und Einschränkungen hat sich das Lusatia Team rund um den Berliner DJ Robin Schellenberg und den Wilde Möhre-Chef Alexander Dettke entschieden, das Festival dieses Jahr im Internet aufzuziehen.
„Die Club- und Festivalkultur steht vor der größten Herausforderung ihrer Geschichte. Denn die gesamte Branche steht seit dem Auftreten der Pandemie durch COVID-19 still. Die Zukunft ist und bleibt ungewiss. Viele Kulturschaffende stehen vor dem Aus“, bringt es Robin Schellenberg auf den Punkt.

Mehr als 30 DJs auf Online-Festival

Das Lusatia Festival lädt deshalb fünf Akteure der Festivallandschaft nach Brandenburg auf das Wilde Möhre-Gelände bei Drebkau ein, um mit einer digitalen Festivaledition auf die Notlage der Festivals aufmerksam zu machen.
3000 Grad, Bucht der Träumer, Moyn Moyn Festival, Wilde Möhre, Kiezburn & Lusatia haben sich mit dem Streaming Team Birdhouse zusammengetan. Der Startschuss fiel bereits Anfang August. Bis zum 3. Oktober gibt es jeden Samstag einen Stream auf www.lusatiafestival.com oder den Facebook-Seiten der Lausitzer Rundschau und Lusatia.

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