Dabei wollte der Berliner Autor Oliver Bukowski mit seinem Auftragswerk für das Hamburger Schauspielhaus doch zeigen, wie die Kritische Masse in eine Revolutionäre Masse umschlägt. Bei der Uraufführung am Donnerstagabend spendete das Publikum freundlichen Beifall für die Schauspieler, Regisseur Sebastian Nübling musste jedoch einige Buhrufe einstecken.Die 15 Arbeitslosen, ausschließlich Schauspieler, drehen sich im Kreis, saufen, feiern und rufen nach Revolution, auf der Bühne passiert jedoch wenig. Auf einem leicht nach oben ansteigenden Bühnenboden hat Regisseur Sebastian Nübling ein imaginäres Wartezimmer geschaffen. Aus unerfindlichen Gründen bleibt das Arbeitsamt heute geschlossen. Nach und nach trudeln die verschiedenen Typen ein, darunter die resignierte arbeitslose Mutter, die eine Zigarette nach der anderen raucht und ihren Kinderwagen apathisch hin und her schiebt, die ehemalige Ethikprofessorin, die sich nun als Vertreterin von Tupperware versucht, frustrierte Schulabgänger und ein verhinderter Schriftsteller.Doch auf die Frage "Wo ist hier so etwas wie revolutionäre Energie?" weiß niemand eine Antwort. Auch der Autor nicht. Stattdessen dürfen sich einige ausziehen und im Schlamm wälzen. "Vielleicht können wir ja eine Partei gründen?", meint jemand mit wenig Begeisterung. "Wie wär's mit einer Mahnwache oder einer Lichterkette?" - das war's. Vernünftige Rezepte kann niemand bieten, am Ende bleibt Gewalt als Lösung übrig. dpa/mar