Nein, gemütlich ist dieser Tatort nicht, wohl eher dramatisch. Aber auch lehrreich. Nein, es geht dann doch nicht um religösen Fanatismus. Sondern um Rache. Und plötzlich ist das syrische Familienproblem ein internationales. Ja, dieser Tatort beschäftigt sich mit der Krise in Syrien. Und ja, er spart auch nicht mit hartem Tobak. Ein totes Kind, Foltermord. Urkundenfälschung. Aber: Der Tatort macht das gut. Statt aus den Syrern, die in Deutschland leben, unnahbare, fremdgesteuerte, hasserfüllte Mörder zu machen, zeigt der Oldenburg-Tatort schlichtweg Menschen. Danke.

Danke auch dafür, der One-Night-Stand von Ermittler Falke und Ermittlerin Lorenz nicht zu einer supertragischen Liebesgeschichte mit Tränen und Geschrei wird. Nein, das war einfach nur ein One-Night-Stand. Das und die tolle Lederjacke machen Wotan Wilke Möhring zu einem Tatort-Kommissar, wie wir uns den Hamburger Kollegen Til Schweiger oft wünschen würden. Ja, ein echter Kerl, aber nicht so echt, dass er zur Witzfigur wird.

Ach ja, danke auch dafür, dass man den Kommissar nicht wieder in einen Norwegerpulli gesteckt und an den Strand geschickt hat. Das hatte man ja mal getan, vor einigen Monaten. Nein, Lederjacke ist besser.

Na gut, ein wenig Kritik muss dann doch sein. Die Szene, in der der eine Bruder - ehemaliger Gefängnis-Arzt in Syrien und Mörder - den anderen Bruder - Arzt in Deutschland und kein Mörder - entführen will, sich aber dann selbst erschießt - die war ein bisschen zu lang. Aber sonst? Ein richtig gutes Stück Krimi.