ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:21 Uhr

Offener Brief des Schauspielensembles des Staatstheaters Cottbus

Inhalt: DAS SCHAUSPIELENSEMBLE des Staatstheaters Cottbus

An den Stiftungsrat der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus
die Vorsitzende des Stiftungsrates, die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg Frau Dr. Martina Münch
An den Intendanten des Staatstheaters Cottbus Herrn Martin Schüler
An den Geschäftsführer des Staatstheaters Cottbus Herrn Dr. Martin Roeder.

Cottbus, 24.08. 2016

Sehr geehrte Ministerin Frau Dr. Münch,
Sehr geehrter Herr Schüler,
Sehr geehrter Herr Dr. Roeder,

unser Schauspieldirektor Mario Holetzeck erhielt kurz vor der Spielzeitpause im Juli 2016 von unserer Theaterleitung schriftlich die Nichtverlängerung seines Vertrages nach der Spielzeit 2016/17. Diese Entscheidung des Intendanten Martin Schüler und des Geschäftsführers Dr. Martin Roeder hat uns, das Schauspielensemble des Staatstheaters Cottbus, tief getroffen.

Im Jahr 2008 waren wir unserem Intendanten Martin Schüler sehr dankbar, einen so mutigen und vielseitigen Regisseur wie Mario Holetzeck als Schauspieldirektor zu engagieren.

Mario Holetzecks Kreativität und seinem unermüdlichem Einsatz in der Erarbeitung und Umsetzung von Konzepten für unser Theater in Cottbus ist es zu verdanken, dass wir in den letzten acht Jahren regional aber auch überregional für Aufmerksamkeit und Beachtung sorgen konnten. Darüber hinaus ist es ihm gelungen, ein Ensemble zu entwickeln und zu formen, das in dieser Geschlossenheit, in diesem Zusammenhalt und in dieser Konstanz eine Seltenheit in der heutigen Theaterlandschaft ist.

Er hat immer wieder bewiesen, dass er Komödie, Schwank, Musical genauso wie Tragödie, Klassiker oder zeitgenössische Stücke mit starken konzeptionellen Ansätzen umsetzen kann. Erinnert sei aus seinen zahlreichen Arbeiten beispielsweise an "Lehrer sollten nackt nicht tanzen…" , "Der Schimmelreiter", "König Lear", "Der Diener zweier Herrn", "Shockheaded Peter", "Wolokolamsker Chaussee" oder zuletzt "Hamlet". Was für ein großes Pfund und Glück ist es, einen Schauspieldirektor und damit einzigen Hausregisseur im Schauspiel zu haben, der all diese Möglichkeiten in sich vereint.

Unser Schauspieldirektor Mario Holetzeck hat zudem großen Wert auf Theaterabende über regionale Themen sowie Stücke von regionalen Autoren gelegt. Erinnert sei hier an den großen, erfolgreichen Uraufführungs-Doppelabend "Der Laden", das "Cottbus-Projekt" oder die Stücke des gebürtigen Cottbuser Autors Oliver Bukowski. Durch diese Bandbreite konnte Mario Holetzeck über die letzten Jahre ein immer größeres Publikum an unser Haus binden. Im Kasernenhof entwickelte er mit dem Open Air eine neue Marke, gewann neue Zuschauer und erzielte zusätzliche Einnahmen. Insgesamt sind die Auslastungszahlen und Einnahmen unserer Sparte stetig gestiegen.

Wir, das Schauspielensemble, stehen geschlossen hinter unserem Schauspieldirektor Mario Holetzeck. Wir schätzen unseren Schauspieldirektor wegen seiner menschlichen Integrität, seiner vielseitigen künstlerischen Phantasie und Kraft, mit der er uns mitreißt, unserer Arbeit immer neue Impulse gibt, streitbar Widerspruch fordert und zulässt und nicht zuletzt wegen der Transparenz seiner Leitungsentscheidungen. Regelmäßig verständigen wir uns kritisch über den Stand unserer Arbeit.

Wir wollen diesen Weg mit ihm weiter gehen!

Wir wollen auch über das Jahr 2017 hinaus spannende, aufwühlende und unterhaltsame Theaterabende mit ihm gemeinsam erarbeiten - für unser Publikum! Wir bitten die Theaterleitung deshalb den Vertrag unseres Schauspieldirektors über das Jahr 2017 hinaus zu verlängern.