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Oechelhaeuser meint: "Selber Schuld"

Gisela Oechelhaeuser kommt nach Cottbus.
Gisela Oechelhaeuser kommt nach Cottbus. FOTO: pr
Cottbus. "Selber Schuld" – das letzte Soloprogramm der großen alten Dame des ostdeutschen Kabaretts, Gisela Oechelhaeuser, ist morgen Abend in der Kammerbühne des Staatstheaters Cottbus ab 19. 30 Uhr zu erleben. Angelika Koch

Eigentlich wollte sie nach ihrem 70. Geburtstag ruhiger treten und keine Soloprogramme mehr machen, aber die Zeiten sind nicht so, dass eine politisch so ambitionierte Kabarettistin sich zurückzieht und denkt: "Ihr könnt mich mal alle."

Nein, noch einmal zieht die ewig junggebliebene, humorvoll- bissige Aktrice alle Register ihres Könnens, verspricht der Veranstalter. Die Texte stammen von ihrem langjährigen Autor Philipp Schaller, der selber gerade einen erfolgreichen Auftritt in der Cottbuser Theaterscheune hatte. Er ist gut 30 Jahre jünger als die Oechelhaeuser, und aus dieser Allianz von Jung und Alt ist ein dichtes Programm entstanden, das dem Publikum den Blick der beiden Künstler auf das Zeitgeschehen und die Menschen, die darin mehr, aber meist weniger erfolgreich agieren, präsentiert.

Eines ihrer Lieblingsthemen ist offensichtlich der Kampf mit dem Alter und die Tücken des Alterns in einer Welt, in der nur "Jung - dynamisch - flexibel" etwas gilt. Da beginnen die Probleme schon frühzeitig. Und so wollen die Helikopter- Mütter natürlich in ihrer Überfürsorge nur das Beste für ihre Sprösslinge. Die Best Ager lassen sich auf diversen Kreuzfahrten gleich das Fett absaugen und tun damit etwas für die Umwelt, und auch beim Thema Flüchtlinge bekommen die besorgten Bürger und selbsternannten Verteidiger der abendländischen Kultur die Seitenhiebe der Oechelhaeuser zu spüren. Versprochen ist ein Feuerwerk gutsitzender Pointen.