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Nürnberger aus der Lausitz

Die Kommissare Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel), Michael Schatz (Matthias Egersdörfer), Felix Voss (Fabian Hinrichs) und Sebastian Fleischer (Andreas Leopold Schadt) versuchen, den Tathergang nachzuvollziehen.
Die Kommissare Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel), Michael Schatz (Matthias Egersdörfer), Felix Voss (Fabian Hinrichs) und Sebastian Fleischer (Andreas Leopold Schadt) versuchen, den Tathergang nachzuvollziehen. FOTO: (BR/Bildarchiv)
Krimi-Kolumne. Guben? Guben! Damit hat der neue Tatort eigentlich schon gewonnen. Die neue Ermittlerin in Nürnberg kommt aus der Lausitz. Wir hatten uns ja schon ein bisschen geärgert, als Dresden als neue Tatort-Stadt in Sachsen vorgestellt wurde. Hätte ruhig Bautzen, Hoyerswerda, Weißwasser oder Görlitz werden dürfen. Daniel Schauff

Dresden? Langweilig. Und wer entschädigt uns für die Enttäuschung? Die Bayern - wer hätte das gedacht. Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Der neue Tatort ist prima, der Kolumnist macht früher Feierabend.

Und wäre die Ermittlerin mit Schießhemmung keine Lausitzerin? Auch dann wäre der neue Frankenkrimi klasse. Zwei Ermittler, die glücklicherweise verschieden genug sind, um erst gar keine erotischen Spannungen entstehen zu lassen. Ein Nordlicht, das zwar irgendwie skurril ist, aber trotzdem auch irgendwie weiß, was und warum er es tut. Eine Ermittlerin aus dem Osten (gerne noch mal: aus Guben!), die hart ist, aber nicht zu hart, die den Hamburger Kollegen mit ihrer Unfähigkeit auch nur einen Schuss abzufeuern ganz subtil, aber wirkungsvoll auf den Arm nimmt (Til-Schweiger-Vergleich - manchmal passt es eben) und selbst dann noch witzig ist, wenn sie einem Waffenhändler gegenüber völlig ausrastet. Und ein Chef, der es bei aller Cholerik noch schafft, sympathisch zu sein.

Dass der Fall, den die beiden Franken-Ermittler als ersten auf den Tisch bekommen haben, kein bis ins letzte Detail ausgefeilter war, war zu verkraften. Das ist vor allem den Darstellern zu verdanken, die allesamt selbst eine tausendmal dagewesene Geschichte spannend erzählt haben. Und dem ruhigen Schnitt, der jede Hektik aus dem Krimi genommen hat und allein dadurch den Darstellern Raum geboten hat. Fazit: Die Nürnberger können mehr als Würstchen. Wir freuen uns auf Nachschlag.