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| 10:26 Uhr

Düsseldorf
NRW-Wissenschaftspreis für Kölner Nierenexperten

Düsseldorf. Heute wird der 20. Wissenschaftspreis NRW an einen jungen Kölner Forscher vergeben. Seine Arbeit beschäftigt sich mit einem Organ unseres Körpers, das uns zuweilen erst bekümmert, wenn es fast zu spät ist: die Niere.

Heute wird der 20. Wissenschaftspreis NRW an einen jungen Kölner Forscher vergeben. Seine Arbeit beschäftigt sich mit einem Organ unseres Körpers, das uns zuweilen erst bekümmert, wenn es fast zu spät ist: die Niere.

Unsere Nieren sind großartige Filtergeräte. Sie sorgen dafür, dass alle Substanzen und Flüssigkeiten, die den Körper über den Urin wieder verlassen müssen, gereinigt werden. Diese Aufgabe der Entgiftung erledigen die sogenannten Glomeruli, die Nierenknäuelchen, die von einer Kapsel umschlossen sind und die sogenannte Ultrafiltration besorgen.

Wenn diese Glomeruli in ihrer Funktion und Arbeitsweise gestört sind, häufen sich Blutbestandteile im Urin - typischerweise lassen sich dann Proteine und/oder rote Blutkörperchen (Erythrozyten) finden, die ansonsten durch die Glomeruli im Körper gehalten werden. Es gibt verschiedene Krankheiten, die bei dieser Störung der Glomeruli entstehen und eine Niereninsuffizienz zur Folge haben können.

Wie solche Störungen der Glomeruli entstehen, ist noch nicht hinreichend erforscht. Forscher aus aller Welt arbeiten daran - so auch Markus Rinschen (33) vom Nephrologischen Forschungslabor der Uniklinik Köln. Er beschäftigt sich mit der Proteomanalyse; das ist eine innovative Technologie zur quantitativen Analyse der Proteine, die in einer Zelle, in einem Organismus oder in einer komplexen Körperflüssigkeit vorhanden sind.

Proteine sind sehr wichtige Moleküle einer Zelle, sie steuern den Stoffwechsel und die Entwicklung, sind sensibel für Reize und Botenstoffe. Die Analyse der Proteine und die Aufklärung ihres sozusagen orchestralen Zusammenspiels lässt uns zelluläre Abläufe besser verstehen. Dazu werden unter anderem massenspektrometrische Techniken verwendet, mit der sich Proteine im Gewebe besser identifizieren und in ihrer Struktur genau bestimmen lassen.

Auf diesem Gebiet gilt Rinschen als kompetent und fortschrittlich. Die Ergebnisse seiner Forschungen können ein Baustein für verbesserte Diagnoseverfahren und Therapien sein. Er setzt seine Arbeiten derzeit auch in San Diego (Kalifornien) fort.

Die Preisverleihung findet heute um 18 Uhr im Industrieclub Düsseldorf statt, ein Grußwort spricht Andreas Pinkwart (Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie dse Landes NRW).

(w.g.)