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| 17:46 Uhr

Lesereihe im Land Brandenburg
Niederländischer Autor kommt ins Schloss Lübbenau

Potsdam/Lübbenau. (red/ik) Ein Literarisches Dinner, das die Botschaft des Königreichs der Niederlande zusammen mit dem Brandenburgischen Literaturbüro veranstaltet hatte, gab den Auftakt für die dritte niederländische Lesereihe „Niederländische Autoren im Land Brandenburg 2019“. Insgesamt sind zehn Veranstaltungen an sieben Orten geplant, darunter auch eine Lesung im Schloss Lübbenau.

Alle Autoren – bis auf Tommy Wieringa – treten zum ersten Mal im Land Brandenburg auf. Damit knüpft das Literaturbüro an die Tradition an, niederländische Literatur – wie bereits in den Jahren 2006 und 2016 – in Oranienburg, Luckenwalde, Zossen, Premnitz, Rathenow, Lübbenau und Potsdam vorzustellen und auf neueste Entwicklungen aufmerksam zu machen.

Auch in diesem Jahr ist die Palette der Themen weit gespannt. So werden die Erfindung des Films und die Verwicklungen und Mythen, die sich um dieses Medium und seinen eigentlichen Urheber ranken, zu einem spannenden Plot verdichtet. Einfühlsam erzählt Marente de Moor die tragische Geschichte von Louis Aimé Le Prince, einem begnadeten Erfinder, und gewährt Einblick in die Pionierzeit einer längst vergessenen Zeit.

Präzision und Fortschritt symbolisieren den Siegeszug der elektronischen Waage, der den Beamten für Eichwesen Karl überflüssig werden lässt. H.M. van den Brink zeichnet in seinem Roman den technologischen Epochenwechsel nach.

Jan Konst wiederum widmet sich in seiner deutschen Familiengeschichte dem Leben von vier Generationen – vom Kaiserreich bis zum Zusammenbruch der DDR – und bietet für viele Leser eine Projektionsfläche für eigene Lebenserfahrungen. Pauline de Bok versteht mit sprachlicher Brillanz das Phänomen der Jagd zu beschreiben. Ihre Landschaftsbeschreibungen, Begegnungen zwischen Tier und Mensch, lassen Erinnerungen an die großen niederländischen Maler aufkommen.

Die tristen Erfahrungen des Lebens in der niederländisch-deutschen Grenzregion wird zum Haupt­erzählstrang in dem neuen Roman des vielgelesenen Autors Tommy Wieringa. Er bleibt dicht bei seinen Figuren, zeichnet deren Brutalität und Hoffnungslosigkeit angesichts sozialer und wirtschaftlicher Entwicklungen nach. Eine Ballade über das Leben in der Provinz.

Lot Vekemans macht deutlich, wie Herkunft, Familie, aber auch Zufälle ein Leben bestimmen können. Ihre polnische Hauptfigur Marlena findet erst auf einem niederländischen Bauernhof zu sich selbst. Eine Geschichte über Migration und die Sehnsucht nach Liebe in den Zwängen des Alltags.

28. November, 19 Uhr, Schloss Lübbenau: Jan Konst „Der Wintergarten. Eine deutsche Familie im langen 20. Jahrhundert“