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"Nie froher und zufriedener"

In der Sonderausstellung "Augusta von Preußen" im Schloss Branitz ist eine Lesebrille vor einem historischen Buchdruck "Andenken an Schloss Babelsberg" aus dem Jahr 1858 zu sehen.
In der Sonderausstellung "Augusta von Preußen" im Schloss Branitz ist eine Lesebrille vor einem historischen Buchdruck "Andenken an Schloss Babelsberg" aus dem Jahr 1858 zu sehen. FOTO: dpa
Potsdam/Cottbus. Viel Interesse für Augusta von Preußen und Fürst Pückler: Die beiden Korrespondenz-Ausstellungen in den Schlössern Babelsberg und Branitz haben bislang zusammengenommen Zehntausende Besucher angezogen. Nach Babelsberg kamen seit Ende April mehr als 41 000 Menschen, wie die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg mitteilte. dpa/pb

Das seien mehr als erwartet. Die Ausstellung "Pückler.Babelsberg - Der grüne Fürst und die Kaiserin" läuft bis Mitte Oktober. Pückler hatte einst den Schlosspark im Auftrag der späteren Kaiserin Augusta (1811-1890) gestaltet.

Die Schau "Augusta von Preußen. Die Königin zu Gast in Branitz" in dem Schloss in Cottbus sahen bislang rund 9600 Besucher, wie es in der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz heißt. Die Ausstellung im Alterssitz von Fürst Pückler läuft seit Mitte Mai und ist noch bis Ende Oktober zu sehen.

In dieser Schau ist der eintägige am 25. Juli 1864 Besuch der Adligen nach einer stundenlangen Anreise von Babelsberg mit Zug und Kutsche dargestellt. Der Hausherr, Fürst Hermann von Pückler-Muskau, hatte lange auf diesen Besuch warten müssen, war dann aber bestens vorbereitet. Für den angemessenen Empfang und Aufenthalt wurden zwischen 1856 und 1862 sogar drei Schlossräume neu ausgestattet. Besonderen Aufwand widmete man dem Schlafkabinett.

Die Königin war von Branitz begeistert. Ihrem Mann, Wilhelm I., berichtet sie von dem Aufenthalt und schwärmt von den "genialen Ausschmückungen" und der "sehr liebenswürdige Gastfreundschaft des alten Herrn". Auch Fürst Pückler war zufrieden: "die Königin selbst sah ich nie froher und zufriedener, voll all ihrer eigenthümlichen Grazie, und wie um zehn Jahre verjüngt."

Die Ausstellung präsentiert Hintergründe, Verlauf und Nachklang des königlichen Besuches. Im Mittelpunkt steht dabei die interessante Persönlichkeit Augustas. Es geht um Politik, Parkanlagen und Papageien - und selbstverständlich werden die Branitzer Tafelfreuden gewürdigt. Es ist zum Beispiel eine Festtafel mit Weingelee, Bonbons und einem Pferd aus Eiscreme gedeckt. "Wir hatten das beste Diner dessen ich mich seit langem erinnern kann beim Fürsten." Die Ausstellung zeichnet das Bild einer ungewöhnlichen Monarchin und ihrer herausragenden Beziehung zum Fürsten Pückler.

Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871) liebte es bekanntlich extravagant. Und er ist natürlich wegen seiner Gartenkunst bekannt. Er schuf in Bad Muskau einen riesigen Landschaftspark rund um das Schloss. Der zu großen Teilen auf polnischen Gebiet liegende Park gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Pücklers Branitzer Parkschöpfung soll es erst noch werden.

In einer Erdpyramide in einem See im Branitzer Park ist die letzte Ruhestätte Pücklers.

Eine Linde liegt in Potsdam vor dem Schloß Babelsberg auf einem Nachbau des Großbaumverpflanzungswagen des Fürsten Pückler. Sie ist Bestandteil der Schau "Pückler. Babelsberg. Der grüne Fürst und die Kaiserin"
Eine Linde liegt in Potsdam vor dem Schloß Babelsberg auf einem Nachbau des Großbaumverpflanzungswagen des Fürsten Pückler. Sie ist Bestandteil der Schau "Pückler. Babelsberg. Der grüne Fürst und die Kaiserin" FOTO: dpa