Mit einem Festakt ist Gotthold Schwarz (64) als neuer Leipziger Thomaskantor in sein Amt eingeführt worden. Am Samstagnachmittag gab es in der Thomaskirche, der traditionellen Wirkungsstätte der Thomaner, den zweiten Teil der Inauguration. Schwarz ist der 17. Thomaskantor nach Johann Sebastian Bach, der das Amt von 1723 bis 1750 bekleidete. Er folgt auf Georg Christoph Biller, der die Leitung des Knabenchores Anfang 2015 aus gesundheitlichen Gründen abgab. "Ich möchte die Arbeit mit Engagement, Freude und der gebotenen Demut fortsetzen", sagte Schwarz. Die Musik des Thomanerchores solle "den Hörern zum Erlebnis werden und Gott zur Ehre".

"Wir haben den Besten gefunden. Und anders als damals bei Bach wissen wir das heute schon", sagte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) auf der Feierstunde mit einem Augenzwinkern. Denn Bach war seinerzeit nicht erste Wahl für das Amt, was heutige Musikfans kaum für möglich halten. Nach den Worten von Jung sucht Schwarz "den authentischem Umgang mit Stimmen und Klängen: "Vordergründige Effekte sind ihm fremd." Schwarz hat den mehr als 800 Jahre alten Knabenchor seit Billers Abgang kommissarisch geleitet.