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| 16:09 Uhr

Dreiländer-Eck
Neiße Filmfestival widmet sich 60er-Jahren

Zittau. Bei der 15. Ausgabe geht es um ein Thema, das Ost und West einst gleichermaßen beschäftigte. dpa

Das grenzüberschreitende Neiße Filmfestival schreibt Zeitgeschichte. Bei der 15. Ausgabe des Festes, das  am Dienstag im Zittauer Gerhart-Hauptmann-Theater eröffnet wird, richtet sich das Augenmerk auf den „Prager Frühling“ und andere Protest- und Reformbewegungen des Jahres 1968. Historische und aktuelle Filmen sollen einen Einblick in die bewegten Zeiten vor 50 Jahren geben.

Bis 20 Mai will das Festival im Dreiländereck von Deutschland, Polen und Tschechien mehr als 120 Filme zeigen. Dazu kommen Ausstellungen, Konzerte, Workshops und Diskussionsrunden. „Wir achten auf Themenvielfalt und Aktualität“, sagte Antje Schadow von der Festivalleitung. Für die Wettbewerbe des Festivals in den Sparten Spielfilm und Dokumentarfilm sind jeweils neun Beiträge nominiert, für den Kurzfilm-Wettbewerb 32. In den beiden ersten Kategorien wurden jeweils drei Produktionen aus Polen, Tschechien und Deutschland ausgewählt. Insgesamt werden 11 000 Euro an Preisgeldern ausgeschüttet. Den Hauptpreis gibt es für den besten Spielfilm (5000 Euro).

Nach Angaben der Veranstalter geht mit „Aggregat“ ein sehr politischer Dokumentarfilm an den Start, der die Ratlosigkeit von Politikern in Deutschland angesichts der aktuellen Lage beschreibt. Die Schauspielerin Barbara Auer kommt am Donnerstag zur Vorführung des Streifens „Vakuum“ nach Großhennersdorf. Sie spielt die Hauptrolle in dem Spielfilm, der einer der drei deutschen Wettbewerbsbeiträge in dieser Kategorie ist.

Eine kleine Retrospektive widmet sich dem Werk des Regisseurs Christian Petzold, der am kommenden Freitag in Zittau seinen aktuellen Film „Transit“ vorstellen will. Zudem erhält er in diesem Jahr den Ehrenpreis des Neiße Filmfestivals. Die undotierte Auszeichnung wird seit 2014 an außergewöhnliche Persönlichkeiten des Filmschaffens verliehen. Erster Preisträger war Andreas Dresen.

„Der Zuspruch für das Festival ist deutlich gewachsen“, sagte Antje Schadow ein. Beim Veranstalter, dem Kunstbauerkino Großhennersdorf, seien für die diesjährige Auflage rund 600 Beiträge eingereicht worden, darunter allein knapp 400 Kurzfilme. Der grenzüberschreitende Charakter des Festivals zeige sich unter anderem darin, dass die Filme in mehr als 20 Spielstätten des Dreiländerecks zu sehen sind, darunter in den tschechischen Orten Rumburk, Varnsdorf und Hradek nad Nisou sowie in Zgorzelec, der polnischen Nachbarstadt von Görlitz.

Seit 2015 wird das Neiße Filmfestival von Sachsens Kunstministerium institutionell gefördert. Dieses Jahr steht ein Gesamtbudget von knapp 300 00 Euro zur Verfügung.