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Na dann – Alaaf!

Vielleicht war es nur Zufall, dass die Kollegin ausgerechnet den RUNDSCHAU-Quotenkölner bittet, diesen Tatort genauer unter die Lupe zu nehmen. Als Kölner nämlich hat man genau zwei Möglichkeiten, wenn es um den Karneval geht: Entweder man liebt ihn oder man hasst ihn.

Ich gehöre eher zur letzteren Gruppe und jetzt habe ich auch einen handfesten Beleg dafür, dass ich recht habe. Der Kölner Karneval ist lebensgefährlich! Von wegen lustiger Tanz mit fröhlichen Tanzkompanien in einer noch fröhlicheren Arena mit lauter fröhlichen Jecken (Kölsch für Narren). Mir war das ewig lächelnde Tanzmariechen ohnehin immer äußerst suspekt. Da schwingt eine junge Frau im aufwendigen Kostüm ihre Gliedmaßen derart in die Lüfte, dass sie ohne Zweifel schlimmste Schmerzen erleidet - und lächelt dabei noch, als mache sie gerade Werbung für die neueste Zahnpasta. Äußerst suspekt. Kein Wunder, dass hinter der karnevalistischen Fröhlichkeit also Lug, Trug, Leid und Neid stecken. Das hat uns der Kölner Tatort ganz deutlich vor Augen geführt - nicht sonderlich subtil und auch nicht allzu spannend, eher vorhersehbar und - naja, seien wir ehrlich - auch irgendwie ganz schön langweilig. Die eineinhalb jecken Stunden im Ersten wirkten ein wenig wie eine billige Kopie des Hollywood-Films "Black Swan", statt mit Tütüs allerdings mit roten Clownsnasen, vor denen sich nicht einmal die Kommissare retten konnten - wobei Kommissar Max ganz offensichtlich ähnlich jeck auf Karneval ist wie der RUNDSCHAU-Quoten-Kölner. Der allerdings würde nie "Fasching" sagen - so viel Liebe zur Lokalkultur muss sein. Ein bisschen mehr davon hätte auch dem Tatort gut getan, denn offenbar war keine der Hauptrollen mit echten Kölnern besetzt. Als gab's dort keine Schauspieler.