Außergewöhnlich schon der Auftakt. Das von Daniel Harding geleitete Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks eröffnet das Fest mit einer Rarität par excellence - Wolfgang Rihms Poème dansé "Tutuguri" für großes Orchester, Schlagzeuger sowie Chorstimmen und einen Sprecher. Ursprünglich als Tanztheatermusik geschrieben, vermag das Stück zugleich als rituelle Konzertmusik zu fesseln. Liegt doch dem Werk der Kult der Schwarzen Sonne der mexikanischen Tarahumaras zugrunde.

Nicht nur die Rundfunksinfoniker der Isar-Metropole, auch Münchens Philharmoniker unter Valery Gergiev und das Bayerische Staatsorchester mit Kirill Petrenko am Pult sind beim Musikfest dabei. Und auch sie haben Ausnahmewerke im Gepäck. Die Philharmoniker Galina Ustwolskajas 3. Sinfonie und Schostakowitschs gewaltige Vierte, während das Staatsorchester einen Bogen schlägt von György Ligetis "Lontano" und Bartóks 1. Violinkonzert (Solist: Frank Peter Zimmermann) bis hin zu Richard Strauss' Sinfonia domestica.

Ehrensache, dass das Musikfest dem berühmten Komponisten, Pianisten und Lehrer Ferruccio Busoni, dessen Wirken mit Berlin eng verbunden war, anlässlich seines 150. Geburtstages Reverenz erweist. Das Grau/Schumacher Piano Duo wird aus Busonis Schaffen Werke für zwei Klaviere vorstellen, die auf Themen von Bach und Mozart zurückgreifen.

Natürlich werden die Berliner Philharmoniker auch diesmal künstlerische Wegmarken bezeichnen - zum einen mit Edgar Varèses Opus "Arcana" und Hector Berlioz' Symphonie fantastique unter Andris Nelsons und zum anderen mit einem von dem amerikanischen Komponisten John Adams geleiteten Autorenkonzert.

Ein künstlerisches Ereignis der besonderen Art verspricht die Präsentation des filmisch-musikalischen Gesamtkunstwerkes "Iwan Grosny" (1942/45) von Sergej Eisenstein und Sergej Prokofjew zu werden. Wobei das Rundfunk-Sinfonieorchester und der Rundfunkchor Berlin, geleitet von Frank Strobel, die Vorführung der rekonstruierten Fassung beider Teile des Filmes mit der live aufgeführten Musik begleiten werden.

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