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Museum in Halle präsentiert Schallarchiv-Schätze

Halle. (dpa/uf) Technikgeschichte vom Edison Phonographen mit Wachswalze von 1877 bis zum modernen MP3 Player: Das Stadtmuseum Halle macht in einer Sonderausstellung einen besonderen Schatz der Martin-Luther-Universität Halle zugänglich. Die Schau zeigt Exponate aus der Sammlung der Abteilung für Sprechwissenschaft und Phonetik.

"Die universitären Sammlungen sind einer der größten verborgenen Schätze, die Halle zu bieten hat", betonte Museumschefin Jane Unger. Die Schau ist noch bis zum 4. März geöffnet.

Die Sammlung geht auf das Jahr 1910 zurück, als der hallesche Phonetiker Otto Bremer (1862-1936) ein Schallarchiv gründete. "Bremer machte Feldforschungen und fertigte eine Karte der deutschen Mundarten an", erläuterte Ralf Wendt, Kurator der Ausstellung. Die Karte findet sich in der Schau.

Das Schallarchiv bewahre unter anderem einzigartige Zeugnisse deutscher Mundarten. "So gibt es beispielsweise eine Aufnahme von 1924 mit Wangerooger Friesisch. Das ist heute ausgestorben", sagte Wendt. Über 12 000 Einzelaufnahmen umfasst das Schallarchiv. Darunter auch Zeitdokumente politischer Reden, etwa von Politikern aus den 20er-Jahren. "Einmalig ist eine Aufnahme von Karl Liebknechts Stimme. Es war gar nicht bekannt, dass es die überhaupt gab", sagte Wendt.