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Moosmutzel und Springginkel

Monika Ehrhardt-Lakomy
Monika Ehrhardt-Lakomy FOTO: dpa
Berlin. "Warum seh ich nie ein Ei? Ja was wär denn schon dabei? Mich doch auch mal zu benutzen, statt mich immer nur zu putzen." Der Song vom unzufriedenen Eierbecher hat schon Generationen von Kindern begeistert – ebenso wie die anderen Lieder vom "Traumzauberbaum". dpa/kr

Die Schallplatte aus dem Jahr 1980 wird bei vielen Familien immer wieder aufgelegt. Sie ist das erfolgreichste Gemeinschaftswerk des Künstler-Paares Reinhard Lakomy und Monika Ehrhardt-Lakomy: Sie schrieb die Texte, er die Kompositionen.

Vor vier Jahren starb der Musiker "Lacky" an Krebs. Sie hält nun das Unternehmen "Traumzauberbaum" mit diversen Verästelungen allein am Leben - und zwischendurch feiert die agile Autorin heute ihren 70. Geburtstag.

Mit ihrer knallroten Brille, den kurzen blonden Haaren und der knallroten Kleidung ist die zierliche Künstlerin kaum zu übersehen. Zu Lebzeiten des beliebten Komponisten hatte sie in seinem Schatten gestanden. So mancher wisse bis heute nicht, dass die Texte der Kinderlieder von ihr stammen, sagt sie. "Er war der Frontmann, ich hatte es schön bequem hinter ihm - und jetzt habe ich richtig viel Arbeit."

Schon als Achtjährige steht die gebürtige Thüringerin auf der Bühne des Theaters in Greiz, neben dem Abitur macht sie eine Maurer-Ausbildung, dann studiert sie klassisches Ballett, reist mit einer Tanzkompanie um die Welt und absolviert ein Fernstudium der Kulturwissenschaften. 1977 heiratet sie Reinhard Lakomy. Seit 1981 ist Monika Ehrhardt freie Autorin - von Fernsehfilmen, Bühnenwerken, Kurzgeschichten und mehr als ein Dutzend Hörspiel-CDs.

"Meine Arbeit ist mein Hobby", sagt die vielseitig begabte Wahl-Berlinerin, die als Kind drei Berufswünsche hatte: Tänzerin, Schriftstellerin und Kapitän. Zwei hat sie sich ganz erfüllt, den Dritten zumindest halb: Auf einem See in Brandenburg hat sie ein Boot, auf dem sie auch schöpferisch arbeitet. Und so manche Texte entstehen bei Aufenthalten auf ihrer Lieblingsinsel Elba. Auch bei ihr Zuhause gibt es nach dem Tod von Reinhard Lakomy keinen Stillstand. Gemeinsam hatten sie beschlossen, dass in sein Studio ein Kindergarten einziehen soll. Wo der Komponist einst alleine frickelte, toben nun zehn Kinder. Die Schauspielerin Olivia Winter, die das "Moosmutzel" spielt und auch Kindergärtnerin ist, betreut die Kleinen. "Früh wird dort zuerst gesungen", berichtet die gesellige Hausherrin. Ein weiteres großes Projekt ist das "Traumzauberbaum"-Archiv.