ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:32 Uhr

„Beat It“-Premiere in Berlin begeistert die Zuschauer
Moonwalk in die Vergangenheit

Michael-Jackson-Darsteller Dantanio Goodman und Lead-Gitarristin Anja Arnold rocken die Bühne beim Musical "Beat It". Im März kommt die Show nach Cottbus.
Michael-Jackson-Darsteller Dantanio Goodman und Lead-Gitarristin Anja Arnold rocken die Bühne beim Musical "Beat It". Im März kommt die Show nach Cottbus. FOTO: Harald Fuhr
Berlin. Das Michael-Jackson-Musical „Beat It“ präsentiert die 25 größten Hits des „King of Pop“. Von Josephine Japke

Drei Takte waren gespielt vom ersten Song des Abends „They don’t care about us“, und die Zuschauer im ausverkauften Theater am Potsdamer Platz in Berlin konnten sich kaum noch auf den Sitzen halten. Am Mittwoch wäre Michael Jackson 60 Jahre alt geworden. Die Weltpremiere zum neuen MJ-Musical „Beat It“ sollte auch deswegen „eine Hommage an den größten Entertainer unserer Zeit“ werden, so die Veranstalter. Und sie wurde es.

Schon auf dem roten Teppich war die Stimmung emotional und die Vorfreude riesig. Stars und Sternchen rund um Dieter Hallervorden, Meret Becker und Tina Ruland berichteten von ihren persönlichen „Jacko“-Erinnerungen und wie sehr sie den „King of Pop“ vergötterten. Die Veranstalter von Cofo Entertainment und Produzent Oliver Forster („Falco – Das Musical“) konnten sogar Jermaine Jackson als Ehrengast zur Weltpremiere locken.

Auch für den 63 Jahre alten Bruder von Michael dürfte das zweistündige Bühnenprogramm eine Reise in die Vergangenheit gewesen sein. Nicht nur beim Jackson-Five-Medley zappelten die Zuschauer auf ihren Sitzen und jubelten um die Wette.

Immer wieder aufkommender Szenenapplaus zeigte, dass das Konzept der kreativen Köpfe der Show aufging: „Michael Jackson ist eine Legende, die uns alle geprägt hat. Er war Perfektionist und sein komplettes Auftreten durchdacht. Wir würden es uns niemals anmaßen; bestimmte Charakteristika zu ändern“, sagte Show Director Andreana Clemenz („Afrika! Afrika!“) vor der Show.

Glitzer-Handschuh, Hut undMoon-Walk wurden vom Publikum frenetisch gefeiert. Dass MJ-Darsteller Dantanio Goodman dem Star tatsächlich zum Verwechseln ähnlich ist, hielt die Illusion, der echte Michael Jackson wäre auferstanden, aufrecht. Zusammen mit der starken fünfköpfigen Live-Band und den guten Tänzern wirkte es, als wäre man auf einem Konzert der Legende.

Und das war es auch: ein Konzert und kein Musical. Alle Tophits, wie „Billie Jean“, „Thriller“, „Black or White“ und natürlich „Beat It“ wurden zwar gespielt. Eine Handlung fehlte aber beinahe gänzlich. Daran konnten auch die wenigen Textpassagen von Chamelle Moser alias Diana Ross nichts ändern. Ihre Motivations-Ansprachen an Michael wirkten aufgesetzt und voller Pathos.

Einblicke in den Charakter von Jacko oder neue Erkenntnisse gab es nur wenige. Als zum Beispiel gezeigt wurde, wie er sich markante Schritte von Weltstars wie Charlie Chaplin und John Travolta als Vorbild für eigene Bewegungen nahm, während seine Idole im Hintergrund auf der Video-Leinwand tanzten. Oder als sich die Tänzer zu „Bad“ darüber beschwerten, was für ein Wahnsinniger und Perfektionist Jackson ist und sie seinen Choreografien nicht folgen könnten.

Aber auch wenn dieses Musical keineswegs perfekt ist: Nach zwei Stunden guter Unterhaltung voll mit nostalgischen Gefühlen und Ohrwürmern tanzt man nach Hause.