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Mit Robert Merle am Kamin im Schloss Hoyerswerda

Hoyerswerda. Das nächste Gespräch am Kamin am 3. November um 19 Uhr im Schloss Hoyerswerda stellt den weltbekannten französischen Romancier Robert Merle (1908 -2004) und dessen Roman "Madrapour" vor. Martin Schmidt

Literaturkenner Uwe Jordan erzählt von dem Autor, der sich einerseits Ereignissen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in detailgetreuen Büchern zuwandte - etwa "Moncada", hier beschrieb er Fidel Castros erste Schlacht. Andererseits schilderte er zukünftiges oder gegenwärtiges soziales und ethisches Verhalten in erfundenen spannenden Geschichten, so in "Tag der Delphine".

In "Die geschützten Männer" hinterfragt Merle die Gleichberechtigung von Frauen und Männern, da Letztere sich angeblich zurückgesetzt vorkommen. Seine große Liebe gehörte der Real-Geschichte: Seit 1977 schrieb der "Meister des historischen Romans" an dem 14-bändigen Werk "Fortune des France", einer Geschichte Frankreichs von 1550-1643, die in vielen Ländern - auch in Deutschland - große Beachtung fand, auch wenn nur 13 Bände vollendet wurden.

Robert Merle nimmt die Leser geschickt in die Handlungen seiner Romane - in historische Abläufe ebenso wie in utopische Situationen - hinein, auch darin beweist er sich als ein Meister des Erzählens. In dem Roman "Madrapour" reisen 14 einander völlig fremde Personen in einem Flugzeug nach Madrapour, einem Ort, der - wie sich in Gesprächen der Reisenden herausstellt - allen Reisenden völlig unbekannt ist. Zukunfts-Träume, Suche nach Glück, Egoismus treten hier zutage.

Zu diesem Literaturabend besonderer Art sind alle Freunde guter Literatur und des Gesprächs herzlich willkommen.