"Vom Probieren und Experimentieren lebt die Kunst", heißt es in einem Zitat des Künstlers auf dem Faltblatt zur Ausstellung. Und in der Tat, das Bezeichnende in der Arbeit Eberhard Krügers ist das Experiment, das Spiel mit verschiedenen Maltechniken, Formen, Farben und dem Material Holz. Zuweilen ist es die Verbindung all dessen in einem einzigen Werk. So integriert er in seinem Bild "Jagdfieber", das an Darstellungen der Höhlenmalerei erinnert, verschiedene Holzscheiben in die Darstellung. Sie suggerieren durch ihre Form und deren Veränderung die menschliche Entwicklung vom Embryo zum aufrecht gehenden Menschen, der letztlich als Krieger zu Fall kommt.

Eindringliche Lebendigkeit
Die meisten Bilder sind farbenfroh und von eindringlicher Lebendigkeit. Dies gilt für die Tierdarstellungen, welche an Fabelwesen erinnern, ebenso wie für farbig angelegte Details auf den Skulpturen.
Auf einigen Bildern experimentiert der Künstler mit der Wirkung von klaren geometrischen Linien und Formen, die er über bildliche Darstellungen projiziert. Diese Technik findet sich auf Bildern wie "Stadtindianer" oder "Kreuzigung 2007". Geometrische Muster zeigen sich auch auf den Stelen der Ausstellung. Etwa auf den fünf über zwei Meter hohen Holzfiguren der Gruppe "Verwandtschaften". Die klaren schwarz-weißen Flächen und Muster auf den einzelnen Stelen erweisen die enge Verbindung zwischen ihnen. Sie sind das verbindende Element der Gruppe. Unterschiede finden sich jedoch in den einzelnen Formen. Sie stehen für die Individualität, den ganz eigenen Charakter, das Besondere eines jeden Familienmitglieds. Schräg, kleinkariert oder geradlinig sind Adjektive, die Formen und Charaktere in gleicher Weise beschreiben. Die Bedeutungsebenen der Darstellung sind damit jedoch n icht erschöpft. Es bleibt Raum für eigene Fantasien.

Arbeiten erfordern weite Räume
Die großformatigen Bilder und Stelen verlangen nach weiten Räumen, die für diese Ausstellung leider nicht zur Verfügung stehen. Viele Inhalte der Arbeiten von Eberhard Krüger erschließen sich erst durch genaueres Betrachten und durch den nötigen Abstand zwischen Kunstwerk und Betrachter. Gerade in den engen Fluren bleibt einem dieser Abstand versagt. Das sollte man bei künftigen Ausstellungen beachten. Zu den sichtbaren Merkmalen der Werke des Künstlers gehört zudem eine sehr enge Verbindung zwischen Kunst und Handwerk.