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| 01:00 Uhr

„Man braucht schon starke Nerven“

Am morgigen Abend löst Ivo Batic im Ersten seinen nächsten Fall – „Tod auf der Walz“ (20.15Uhr). Gespielt wird der Münchner Tatort-Kommissar von Miroslav Nemec (51). Im RUNDSCHAU-Interview spricht der gebürtige Kroate über seine Rolle als Tatort-Ermittler. Seifert



Wie viel hat Kommissar Batic vom Schauspieler Nemec„
Er ist wie ich im Ausland geboren - und er arbeitet wie ich in Deutschland. Dann hat er ein paar emotionale Dinge von mir, die in meiner Heimat offener ausgelebt werden als im verhalteneren Deutschland.

Was wäre das“
Batic rastet auch mal aus und zeigt Emotionen. Aber er grübelt auch und ist oft mürrisch. So bin ich selbst nicht.

Wie lange wird Kommissar Batic in Bayern noch ermitteln„
In den kommenden zwei Jahren sind je drei Tatort-Filme geplant. Danach schauen wir mal weiter.

Haben Sie unter den Tatort-Kommissaren einen Favoriten“
Nein. Es wäre unfair, jemanden zu bevorzugen. Ich finde es gut, wenn es unterschiedliche Konstellationen gibt und damit der Tatort spannend funktioniert.

Sie ermitteln seit 1991 beim Tatort. Haben sich die Fälle in dieser Zeit sehr verändert„
Unsere Redakteure haben immer zeitgemäße Themen gesucht. Vor einigen Jahren war es zum Beispiel das Thema Sekten. In einem der nächsten Tatorte geht es um Mord aus Frust - auch ein Zeitphänomen; aus einer Null-Bock-Stimmung heraus jemanden umzubringen - ohne erkennbares Motiv.

Die Themen sind härter geworden“
Nicht unbedingt. Man könnte es härter darstellen - mit Effekthascherei. Wir wollen aber versuchen, auf das Thema einzugehen. Hart ist es immer, wenn ein Mensch einen anderen tötet. Nur ist die Frage für uns, wie die Zuschauer das aufnehmen. Es soll nicht nur abendliche TV-Unterhaltung sein.

Haben Sie einen berühmten Detektiv als Vorbild„
Früher mochte ich Kommissar Maigret. Auch Colombo war immer sehr witzig. Und ich fand Götz George als Schimanski spitze.

Wären Sie im wirklichen Leben auch gern Kommissar“
Ich würde mich nicht wirklich drum reißen. Man braucht schon starke Nerven.

Mit MIROSLAV NEMEC
sprach Thomas Seifert