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Luther, der Sprachpapst

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Als Bertolt Brecht gefragt wurde, welches Buch er am liebsten lese, sagte er: "Sie werden lachen, die Bibel." Das Alte Testament mit seinen historischen Erzählungen, mit seinem bilderreichen, prallen Leben sowie das Neue Testament mit seiner Heilsgeschichte und seiner nicht minder überzeugenden Bildhaftigkeit ist zunächst einmal großartige Literatur. Ruppert Mayr

Wesentlichen Anteil an dieser Literatur hat Martin Luther. Luther wusste, wenn er mehr bieten wollte als das, was die katholische Kirche über 1000 Jahre als allgemein gültige lateinische Version (Vulgata) und Interpretation vorgab, musste er zurück zu den Quellen: Griechisch und Hebräisch. Luther, der den Lehrstuhl für Bibelauslegung innehatte, eignete sich diese Sprachen selbst an. 1534 konnte Luther die erste "gantze Heilige Schrifft Deudsch" vorlegen - mit 128 Holzschnitten und Bildinitialen aus der Werkstatt von Lucas Cranach. Der Taschen Verlag legte nun zum Lutherjahr 2017 einen Nachdruck der prächtigen Originalausgabe in zwei Bänden mit einer Begleitbroschüre des Mainzer Medien- und Buchwissenschaftlers Stephan Füssel vor, zur Freude von Bücherliebhabern und Buchdruckfans.

Die Luther-Bibel von 1534. Taschen Verlag, 39,99 Euro