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| 17:47 Uhr

Ludwig-Leichhardt-Konferenz
Australiens Nationalheld ist Lausitzer

Der Cottbuser Filmemacher Donald Saischowa ist auf den Spuren des Niederlausitzer Australienforschers Ludwig Leichhardt nach Australien gereist. In einer 3D-Multivisionsschau präsentiert er Motive, die er „Down Under“ und in Leichhardts Heimat eingefangen hat.
Der Cottbuser Filmemacher Donald Saischowa ist auf den Spuren des Niederlausitzer Australienforschers Ludwig Leichhardt nach Australien gereist. In einer 3D-Multivisionsschau präsentiert er Motive, die er „Down Under“ und in Leichhardts Heimat eingefangen hat. FOTO: Donald Saischowa
Goyatz. Filmemacher Donald Saischowa lässt in einer 3D-Multivisionsschau das Leben von Naturforscher Ludwig Leichhardt lebendig werden. Erstmals gezeigt wird die Schau zum 205. Geburtstag des Forschers bei der 13. Leichhardt-Konferenz in Goyatz.

Wer sich mit Ludwig Leichhardt beschäftigt, für den kann das schnell zur Passion werden. Das Schicksal des 1813 in Sabrodt (Ortsteil von Trebatsch, heute Tauche) geborenen preußischen Geografen und Australien-Entdeckers ist Zeitgeschichte und hat durch den frühen, ungeklärten Tod im Outback Potenzial zur Legendenbildung.

Aus Anlass seines 205. Geburtstags findet am 10. Oktober die 13. Leichhardt-Konferenz in Goyatz statt und Donald Saischowas 3D-Multivisionsschau „Lost in Qutback – Australiens Nationalheld aus der Niederlausitz“ wird Premiere haben. Ziel dieses Projekts ist es nicht, an der Mystifizierung einer historischen Figur zu arbeiten. „Es geht um den Brückenschlag von Kontinenten und Epochen am Beispiel von Ludwig Leichhardt“, sagt Donald Saischowa.

Und dieser Brückenschlag gelingt dank sensibler Fotos, die der Kameramann und Autor in Australien wie im Spreewald, am Schwielochsee und in Cottbus aufgenommen und in Beziehung zueinander gesetzt hat. Die 3D-Präsentation beginnt auf dem fünften Kontinent, um dann im Wechsel beide Regionen als extreme Lebensräume zu zeigen, die durchaus Parallelen haben. Die Landschaften sind schön und menschenfeindlich, faszinierend und gefährlich.

Die Bilder, die Donald Saischowa eingefangen hat und nun in einer 3D-Projektion präsentiert, sind so beeindruckend, weil er sich Zeit genommen hat, in Australien wie im Spreewald. Bei einem sechswöchigen Aufenthalt auf dem fünften Kontinent hat er die Landschaft, die Tier- und Pflanzenwelt, die Zivilisation wirkungsvoll eingefangen. Und mit der gleichen Offenheit hat er über die Jahre immer wieder die Region erkundet, in der Ludwig Leichhardt als Kind und Heranwachsender geprägt wurde. Wer war der Mann, der in Australien ein Held und in Deutschland kaum bekannt ist? Wo kommt er her? Was trieb ihn an?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Cottbuser Filmemacher nicht erst seit Kurzem. Einen Film mit der Figur Ludwig Leichhardt gibt es bereits. Seit 2011 habe es immer wieder Gespräche mit Partnern und Förderern, Exposés und Storyboards für ein weiteres Filmprojekt gegeben. Doch alles ohne Ergebnis.

So hat Donald Saischowa nun die 3D-Multivisionsschau vorgelegt, nicht weniger akribisch vorbereitet wie ein Film. Nur so lassen sich die Bezüge zwischen dem Spreewald und den australischen Landschaften, ob Queensland und Northern Territory oder Sydney, Brisbane, Ayers Rock, Simpson-Wüste und dem Kakadu National Park herstellen. „Man muss genau wissen, wofür jedes Bild gebraucht wird“, sagt Saischowa, dem die tiefgründige Vorbereitung der Reise und des gesamten Projekts wichtig war. Die 3D-Technik bringt nun dem Zuschauer die ausgewählten Bilder zum Greifen nahe. Mit der Musik von Stefan Friedrich und dem Kommentar, den Sylvia Belka-Lorenz spricht, wird die Ton- und Bildschau rund.

„Die Präsentation hat mich sehr berührt“, sagt Annett Joppich, Amtsleiterin für Bildung/Kultur und Bauwesen im Amt Lieberose/Oberspreewald, nach einer Vorführung im Cottbuser Dosfilmstudio. Sehr gut gelungen sei auch das Einbinden von Episoden wie beispielsweise ein Hafenkonzert in Goyatz.

Das Amt Lieberose/Oberspreewald hat die Umsetzung der 3D-Multivisionsschau finanziell unterstützt und somit ermöglicht. Es wurden 5000 Euro durch den Landkreis Dahme-Spreewald als Kulturförderung bereitgestellt. 1025 Euro bringt das Amt Lieberose/Oberspreewald als Eigenanteil auf. „Somit konnte die Postproduktion finanziert werden. Zwei Drittel der gesamten Kosten trägt das Dosfilmstudio und behält damit, anders als in einer Auftragsproduktion, umfangreiche Nutzungsrechte“, sagt Donald Saischowa.

Leichhardt Multivisionsschau in 3D
Leichhardt Multivisionsschau in 3D FOTO: Donald Saischowa