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Lessings Luther-Rezeption in Hoyerswerda

Büste des Aufklärers vor dem Lessing-Haus in Kamenz.
Büste des Aufklärers vor dem Lessing-Haus in Kamenz. FOTO: dpa
Hoyerswerda. (red/ik) Der 500. Geburtstag der Reformation des Christentums, der in diesem Jahr mit vielfältigen Vorhaben und Veranstaltungen begangen wird, sollte nicht nur Anlass sein, das Jubiläum für eine differenzierte Würdigung Luthers zu nutzen, sondern darüber hinaus an Persönlichkeiten zu erinnern, die dafür bereits in der Vergangenheit einen Beitrag geleistet haben, meint Dieter Fratzke, ehemaliger Leiter des Kamenzer Lessing-Museums.

Dazu zähle auch - was wohl mehr oder weniger unbekannt ist - Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), der sich auf seiner lebenslangen, kompromisslosen Wahrheitssuche unter anderem mit dem Erbe des Wittenberger Reformators intensiv beschäftigte. Wer wissen möchte, wie sich Lessings grundlegende Überzeugungen von der Luther-Rezeption bis zur eigenen Religionsphilosophie schrittweise entwickelten, ist herzlich zu einer Vortragsveranstaltung des Kunstvereins Hoyerswerda eingeladen, die morgen, 19 Uhr, im Schloss Hoyerswerda stattfindet.

Der ehemalige Leiter des Lessing-Museums will anhand einiger religiöser und philosophischer Schriften, mit Zitaten daraus und biografischen Bezügen die aufgeklärte Geisteshaltung des Pfarrerssohnes veranschaulichen und den folgenreichen Konflikt mit der kirchlichen Orthodoxie erläutern, in den der mutige Denker durch seine Theologiekritik geriet.

Dass Lessing, der sich leidenschaftlich an der zeitgenössischen Debatte über Fragen der christlichen Religion beteiligt hat, auch andere Glaubenslehren und visionäre Vorstellungen in Betracht zog, sogar spektakuläre, mag man bei einem solch konsequenten Verfechter der Vernunfterkenntnis wohl kaum vermuten.