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| 16:45 Uhr

24. Studentisches Satirefestival in Cottbus
Von „Rhabarberbarbara“ bis „Kleptomami“

 „Kleptomami“: Lucy (Rosalie Thomass) ist eine junge Mutter, die es ganz und gar nicht leicht hat.
„Kleptomami“: Lucy (Rosalie Thomass) ist eine junge Mutter, die es ganz und gar nicht leicht hat. FOTO: Ei(n)blicke
Cottbus . Die Satirische Kurzfilmnacht hat das Publikum am Sonnabend in Scharen in die Cottbuser Bühne acht gelockt. Von Peter Blochwitz

Am Tag nach der Ausstellungseröffnung in der Cottbuser Galerie Haus 23 folgte der nächste Streich beim 24. Satirefestival: Zum 15. Mal wurde am Sonnabend die Satirische Kurzfilmnacht, eine Gemeinschaftsproduktion mit dem Verein Kommunales Kino Cottbus, ausgerichtet. Ein guter Schachzug, von der zuletzt nicht so gut gefüllten Mensa in die Bühne acht zu ziehen – die war restlos ausverkauft. Motto in diesem Jahr: „Alkohol ist keine Lösung“. Sondern ein Destillat beziehungsweise ein Gärungsprodukt.

Und der geneigte Zuschauer konnte gleich zu Beginn des Abends an sich selbst testen, ob das eine oder andere Bier schon Wirkung gezeigt hatte: „Rhabarberbarbara“ ... Schlag auf Schlag oder auch Schluck auf Schluck ging’s weiter. Die Palette reichte vom Trickfilm, der das Märchen vom Rotkäppchen neu erzählte, bis zum ausgefeilten Kurzspielfilm.

Da waren Köstlichkeiten dabei wie Robert Bohrers „MPU“ (2011). Schauspieler Fankie muss muss zur MPU (Medizinisch Psychologische Untersuchung). Frankies  Freundin weiß nicht genau, was das ist, begleitet ihn aber gerne und coacht die im Flur Wartenden, als müssten die zum Casting!

Oder „Forever Over“ von Erik Schmitt aus dem Jahr 2014: Die Beziehung von Mia (Marleen Lohse)und Tim (Maxim Mehmet) ist eingeschlafen. Die Liebestöter Alltagstrott und Bequemlichkeit haben sich eingenistet. Nun soll die Erfüllung persönlicher Wunschzettel das junge Paar einander wieder näherbringen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, und so machen sich die beiden auf eine ungewöhnliche Entdeckungsreise, die ein bittersüßes Ende findet.

Einer der Höhepunkte: „Kleptomami“ von Pola Beck (2017). Lucy ist mit ihrem zehn Monate alten Sohn im Kaufhaus unterwegs, und zwar nicht auf die ehrliche Tour. Man erwischt sie beim Klauen, im Büro des Sicherheitsbeauftragten wird ihre Tasche geleert, alles muss säuberlich notiert werden. Das nervt Lucy natürlich, und als sie auch noch eine Strafanzeige unterschreiben soll, platzt ihr der Kragen. Ob der Mann ihr gegenüber überhaupt wisse, wie es jungen Müttern wie ihr eigentlich ginge, fragt sie. Die Antwort lautet: „Nein“. Was folgt, ist ein amüsanter filmischer Ritt durch die Klischees zum Thema „Mutter von heute“. Rosalie Thomass gibt die Lucy mit einer Mischung aus kindlich-unschuldiger Naivität und trotzig-wütender Entschlossenheit. Dem Sicherheitsbeauftragten, selbst werdender Vater, vergeht Hören und Sehen!